Zu Gast bei GGG: Land in Sicht-Der News-Talk mit Klaus Brinkbäumer & Friends

Shownotes

Mic Share bei Gysi gegen Guttenberg! In der allerersten Folge von „Land in Sicht“ spricht Moderator, Journalist und ehemaliger SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer mit KT Guttenberg, Rüdiger Barth, Ricardia Bramley und Peter Greve über das, was wirklich in der Welt geschieht – jenseits von Schlagzeilen und Kurzaufregern. Tiefenanalytisch, klug und immer wieder mit einem Augenzwinkern ordnet die Crew die gegenwärtige Weltlage ein und wirft ein Licht auf die anderen brennenden Themen unserer Zeit aus Kunst, Kutlur, Gesellschaft und Sport:

Im Zentrum steht die Frage, wie drei große Mächte aktuell versuchen, die Welt neu zu ordnen – teils unter offenem Bruch des Völkerrechts und des Kriegsvölkerrechts. Gleichzeitig diskutiert die Runde, warum genau jetzt für Europa ein historisches Fenster aufgeht: die Chance, sich politisch, wirtschaftlich und strategisch zu galvanisieren und handlungsfähiger zu werden.

Ausgangspunkt ist unter anderem eine vielbeachtete Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Was bedeuten seine Worte für Europa? Und wie überzeugend fällt die europäische Reaktion bislang aus? Die Diskussion verbindet geopolitische Analyse mit klaren Einschätzungen zur Rolle westlicher Demokratien.

Im Kunst- und Kulturteil fragt sich Founder und Consultant, Peter Greve, warum auf Social Media ein massiver Nostalgie-Trend zu beobachten ist: Warum sehnen sich so viele zurück ins Jahr 2016? Was steckt hinter dem Konzept der„nutzlosen Dekade“ – und was sagt das über unsere Gegenwart aus?

In der Gesellschafts-Rubrik erklärt Podcast Produzentin Ricardia Bramley, warum der Longevity-Trend für sie zunehmend zum leeren Hype geworden ist. Es geht um Supplements, das japanische Lebenskonzept Ikigai, Social-Media-Ermüdung – und die Frage, ob Gesundheit nicht vor allem mit gesundem Menschenverstand beginnt.

Nichtzuletzt wollen wir wissen, was im Sport los ist! Ex-STERN-Sport-Reporter, Historiker und Autor Rüdiger Barth spricht über das Versprechen der Winter-Olympiade und das vergangene Handball-Wochenende.

Der neue Podcast für alle, die Weltpolitik, Kultur und gesellschaftliche Trends analysieren wollen-immer mit Tiefe und Humor.

Weitere Sendehinweise: Mittwochs sehen sie KT Guttenberg und Gregor Gysi, wie gewohnt, mit brisanten politischen Themen unserer Zeit. Diese Woche geht es zum Beispiel um den Iran.

Am Donnerstag gibt es-Trommelwirbel-den neuen Newsletter NEULAND Update von KT Guttenberg! Darin nehmen wir euch mit hinter die politischen Kulissen und KT Guttenberg teilt seine Gespräche und Gedanken aus zahllosen Begegnungen und Interviews mit den Leaders und Thinkers unserer Zeit. Unbedingt abonnieren!

Freitags kommt ein neuer Podcast für die Amerika-Interessierten unter euch: "Make America GOOD again" mit Ricardia Bramley und KT Guttenberg. Gemeinsam sprechen die Beiden über die USA, ein Land, das für sie Heimat, Rätsel, Irritation und Inspiration zugleich ist-und das gerade jetzt besser verstanden werden will.

Schreibt uns mit Themenvorschlägen, Fragen und Anregungen. Wir freuen uns über jede Email ,auch wenn wir nicht alle beantworten können: lis@openminds.media

Ihr findet Land in Sicht überall wo's Podcasts gibt und auf Youtube: https://open.spotify.com/show/1qHGLQxzH2HsB2iyJPrPHy?si=8436b893fc164520

https://www.youtube.com/@LandinSichtDerNews-Talk

Ahoi und viel Vergnügen bei LAND IN SICHT!

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zu Land in Sicht, einem neuen Podcast.

00:00:15: Wir begrüßen euch und Sie herzlich zu dieser Premiere.

00:00:19: Und wenn ich wir sage, wen meine ich?

00:00:21: Ich meine Kathi Gutenberg.

00:00:23: Kathi ist Autor, ist Unternehmer, ist ein ganz und gar freier Denker.

00:00:29: Er moderiert zusammen mit Gregor Gizzi, den großartigen Podcast Gizzi gegen Gutenberg, wo wir lernen, dass KT auch zuhören kann und mit Menschen reden kann, die nicht aus dem politischen Spektrum kommen, dass mal seines war oder immer noch ist.

00:00:45: Auch darüber werden wir reden.

00:00:47: KT und das sei noch hinzugefügt war Wirtschafts- und Verteidigungsminister.

00:00:52: Wer noch ist?

00:00:53: wir?

00:00:53: Wir, das ist das meint Peter Grebe.

00:00:57: moderiert den großartigen Podcast-Lektion meines Lebens.

00:01:00: Er ist Unternehmer, er ist Berater, er ist bei uns hier in dieser Runde für die Themen aus Kultur und Gesellschaft zuständig und für einiges andere mehr.

00:01:09: Deswegen habe ich gerade kurz gezögert.

00:01:11: Riccardia ist bei uns, Riccardia Bramley, ist seit vielen Jahren schon Podcast-Produzentin und Host mehrerer Podcast, die sie auf Deutsch moderiert oder auf Englisch.

00:01:24: Englisch nämlich ist ihre Muttersprache.

00:01:26: Und auch dazu zum Deutsch-Englischen, zum transatlantischen werden wir hin und wieder kommen.

00:01:31: Und wir, das meint Rüdiger Bart.

00:01:34: der früher mal Fußballreporter war, der Sportchef des Sternen war und in seinem Lieblingssport Wolleball, der übrigens auch mein Lieblingssport ist, war er Sportdirektor in der ersten Bundesliga.

00:01:47: Er hat selbst in der zweiten Liga gespielt.

00:01:49: und ich sage das alles, weil ich mit Rüdiger über Sport reden werde und nicht nur über Sport, aber mit Mit Sicherheit ganz schön oft über Sport.

00:01:57: Ludiger, du bist heute Spielertrainer einer hoch talentierten, mittelmäßig talentierten oder nicht ganz so talentierten Mannschaft in der Bezirkstrasse, nämlich?

00:02:06: Total, total richtig.

00:02:07: Am Wochenende haben wir wieder gespielt.

00:02:09: Wir wollten aufsteigen, sind im Mittelfeld der Tabelle und damit ganz gut bedient.

00:02:12: Da sagt alles, glaube ich.

00:02:14: Und ein Wort zu mir.

00:02:15: Mein Name ist Klaus Brinkbäumer.

00:02:17: Ich moderiere diese Runde.

00:02:18: Ich bin Buchautor, Journalist.

00:02:21: Ich moderiere im sonstigen Leben zusammen mit Kim Fischer, die MDR Talkshow Riverboat und mit Rika Havertz, den Zeitpodcast OK America.

00:02:31: Ich war früher mal Reporter beim Spiegel und dann Chefredakteur des Spiegel und zuletzt Programmdirektor beim Mitteldeutschen Rundfunk.

00:02:39: In die Runde gefragt, was bedeutet Land in Sicht für euch?

00:02:42: Warum dieser Titel?

00:02:43: Was sagt euch der?

00:02:46: Klaus, er steht im Grunde beispielhaft für unsere Zeit.

00:02:49: Wir haben das Gefühl, wir befinden uns im Orkan und sind irgendwie auf der Suche nach einem rettenden Ufer.

00:02:57: Soweit können wir nicht gehen, aber wir wollen einen anderen Blick auf diese Zeit richten.

00:03:03: Ein Stück zuversichtlicher, kritisch durchaus, nicht blauäugig, aber eben Das Gefühl vermitteln, dass es auch eine etwas positive Sicht auf die Dinge geben kann.

00:03:15: Kryktadia, was denkst du?

00:03:17: Für mich, um mal in diesem Maritime-Bild zu bleiben, soll es eine Welle lostreten von Hoffnung, von, da kommt was Neues und ich habe richtig Lust drauf.

00:03:27: Jetzt fühle ich mich ja fast schon trivial, wenn ich sage, für mich heißt es aber auch einfach losfahren und mal schauen, wo wir ankommen.

00:03:33: Grüe digga.

00:03:34: Ja, für mich eine Haltung.

00:03:36: Land in Sicht ist der Optimismus, den wir ausstrahlen wollen.

00:03:39: Einerseits und andererseits auch wirklich Leben und Denken.

00:03:42: Und genau deswegen freue ich mich auf diesen Podcast.

00:03:45: Und ich recke ja im journalistischen Leben vor Maritimen Metaphern zurück, weil man die auch wirklich zu Tode reiten kann.

00:03:53: In dem Fall aber habe ich gedacht, wie treffend, wie passend.

00:03:56: Weil ich so eine Begeisterung für die ganz alten romane Schatzinsel und Robinson Crusoe und so habe.

00:04:04: Und diesen Ruf der Entdeckerlandinsicht, wenn sie ins Nirgendwo gefahren sind, wirklich Liebe ist ein großes Wort.

00:04:13: Aber was für ein Moment, wenn man dann Land sieht und dieses Doppeldeutige, das habt ihr gerade schon gesagt, hat es eben auch.

00:04:22: Wir wollen unser Land in den Blick nehmen.

00:04:24: Wir wollen darauf schauen, was warum zur Nachricht geworden ist, was warum wichtig ist, was in diesem Land funktioniert.

00:04:35: Natürlich auch was nicht funktioniert.

00:04:37: Über all das wollen wir reden.

00:04:40: Politik.

00:04:42: Heute beginnen wir ganz groß.

00:04:45: Kathi, jetzt erst einmal wir beide mit der Weltpolitik, mit der Geopolitik, weil Mark Carney eine Rede in Davos gehalten hat, die Nachhalt.

00:04:55: Das ist schon ein paar Tage her.

00:04:57: Während der Tage von Davos, also des Weltwirtschaftsforums, WEF, wie es ja genannt wird in der Schweiz, ist diese Rede ein bisschen untergegangen.

00:05:06: Sie wurde schon wahrgenommen, aber ein bisschen untergegangen, weil Donald Trump wieder alles dominiert hat.

00:05:10: Und dann aber kam die Diskussion.

00:05:12: Was hat Mark Karney dort gesagt?

00:05:15: Er spricht von einer neuen Weltordnung, die nicht erst entstehe, sondern die wir schon hätten.

00:05:22: So jedenfalls Mark Karney.

00:05:24: Kati, warum geht es da an?

00:05:27: Also ich glaube gar nicht, dass diese Rede wirklich untergegangen ist, sondern dass sie wirklich einen Punkt gesetzt hat, der bereits in Davos zu enormen Reaktionen geführt hat.

00:05:40: Mark Kani sprach davon, dass diese Welt sich nicht im Übergang befindet, sondern tatsächlich, dass ein Bruch stattgefunden hat, dem englischen Spracher davon, no transition, but a rupture.

00:05:50: Und das beschreibt etwas, was wir uns über Jahre hinweg aus europäischer Sicht einfach nicht getraut haben zu formulieren.

00:05:58: Faktisch hat Makani die europäische Rede gehalten und sie kam aus dem Munde eines Nicht-Europäers.

00:06:06: Und er war für seine Verhältnisse, war er... offen, deutlich, charismatisch.

00:06:12: Das sind alles Punkte, die man bisher mit ihm überhaupt nicht in Verbindung gebracht hatte.

00:06:15: Er galt eher so ein bisschen als zurückhaltend und langweilig.

00:06:18: Und er hat wirklich etwas ausgelöst.

00:06:20: Er hat ausgelöst, dass Europa, dass wir, das aber auch andere Demokratien auf dieser Welt, neu über ihre Rolle nachdenken.

00:06:28: Weil er sagte, es muss Mittelmächte geben, die sich zusammenschließen vor dem Hintergrund, wo unsere Welt derzeit hindriftet.

00:06:35: Und er hat im Grunde die Rede vor Trump, aber bereits über Trump.

00:06:39: gehalten.

00:06:40: Und Trump, wenn er etwas überhaupt nicht mag, Klaus, dann ist es das, dass ihm jemand die Schau stielt.

00:06:45: Und das ist Kani in gewisser Weise gelungen.

00:06:48: Übrigens, die anderen Europäer waren darauf auch nicht vorbereitet.

00:06:51: Es wurde fürchterlich hektisch danach auch.

00:06:53: Und Trump hat er dann auch sofort reagiert.

00:06:55: Also, zum einen hat er seine eigene Rede gehalten.

00:06:57: Das ist ein eigenes Thema.

00:06:58: Aber er hat dann auch mit beleidigt eingerollter Nase, kann er da erst mal wieder aus seinem etwas obskuren Friedensrat rausgeschmissen oder ausgeladen.

00:07:08: Einladung

00:07:10: zurückgezogen.

00:07:11: Genau.

00:07:11: Einladung zurückgezogen.

00:07:13: Und man merkte auch da, Mensch, da hat jemand doch tatsächlich auch etwas in den USA ausgelöst.

00:07:19: Also eine bedeutsame Rede.

00:07:21: auf die Inhalte können wir gleich eingehen.

00:07:23: Und ich bin wirklich sehr, sehr beeindruckt, was ein Kanadier auch bei uns auszulösen wusste.

00:07:29: Ich hätte es mir von uns gewünscht.

00:07:32: Worum geht es wirklich?

00:07:35: Ich hatte befeuchtet gehört habe, also die Rede gehört habe.

00:07:39: Wenn ich über die neue Weltordnung nachgedacht habe, in den vergangenen Monaten immer ein Applebaum im Kopf, Applebaum, Historikerin, Journalistin, Publizistin, die vor allem im Atlantik schreibt, in Washington und in Polen zu Hause ist, beide Staatsbürgerschaften hat, also die amerikanische und die polnische.

00:07:57: Und Applebaum hat, das ist vielen, glaube ich, noch im Gedächtnis von dem Netzwerk der Autokraten, der Achse der Autokraten gesprochen.

00:08:07: Und sie meint damit ein Bündnis, zudem inzwischen auch Donald Trump gehöre, ein Bündnis aber vor allem von demokratieffeindlich gesinnten Regierungen, die sich untereinander stützten und helfen würden, sich gegenseitig mit Überwachungstechnologie und Waffen versorgen würden, sich gegenseitig stärken würden gegenüber den Demokratien.

00:08:31: die dadurch noch einmal geschwächt würden und immer schwächer werden würden.

00:08:36: Kani spricht jetzt von etwas Anderen.

00:08:38: Er spricht von, und das ist meine Frage gleich in Dichtkeit, ist es eigentlich etwas Anderes oder geht das zusammen?

00:08:43: Kani spricht von dem Ende der unipolaren Ordnung, also dem Ende der von den USA dominierten Weltordnung, aber auch dem Ende der bipolaren China-USA.

00:08:53: Er meint drei Weltmächte China, Russland, USA, die jenseits des Regelwerks der Vereinten Nationen und sonstiger Regelwerke agierten.

00:09:02: Und dann kommen die von dir schon genannten Mittelmächte, die einen Weg für sich selber suchen sollten.

00:09:08: Ist das etwas anderes oder haben beide recht?

00:09:11: Also Applebaum und Karny meine

00:09:13: ich.

00:09:14: Ja, klar.

00:09:14: Beide treffen einen Kern und trotzdem muss man sich das Ganze sehr, sehr genau ansehen.

00:09:19: Also ich... Ich schätze ein Applebaum ungemein und sie ist wirklich eine ganz kluge Analystin unserer Tage unserer Zeit auch historisch oft eingebettet in ihren Aussagen.

00:09:30: Aber ich glaube, man muss ein bisschen vorsichtig sein, wenn man es pauschaliert dahingehend, dass man sagt, hier haben wir einen Bündnis der Autokraten, weil man würde entsprechend Trump mit einbeziehen in dieses Bündnis.

00:09:44: Er hat autokratische Tendenzen, da steht vollkommen außer Frage, aber ein Bündnischarakter beispielsweise hin zu China ist einfach nicht sichtbar.

00:09:51: Wir haben erstaunliche Erworsten gegenüber Putin und das fasst uns ja immer wieder auch dann wirklich die Goosebumps, also eine Gänse out beschert, wenn wir sehen, was da teilweise im Geilzugange und Imgange ist.

00:10:06: Aber wir müssen schon, glaube ich, schon noch differenzieren.

00:10:10: Und so ganz pauschal lässt sich das in meinen Augen nicht aufteilen.

00:10:14: Und man darf auch nicht vergessen, ja, es ist richtig, dass wir drei große Mächte haben, die unter wirklich offenen Bruch auch des Völkerrechts und auch des Kriegsvölkerrechts und anderer Dinge versuchen, diese Welt neu zu ordnen und den Einfluss fairen aufzuteilen.

00:10:31: Mein Aber setzt dort an, es gibt noch andere.

00:10:34: Und da wirk jetzt nicht nur auf die europäer und die kanadier auf die jetzt kanie abgezielt hat und dessen vorschlag ich wirklich auch sehr unterstützenswert finde aber wir haben noch andere mächte die sich sehr geschickt und gezielt aufstellen.

00:10:46: die golfstaaten beispielsweise die können irgendwie mit allen arrangieren sich mit allen haben überall ihre foten drin verfügen über entsprechende mittel und haben Einfluss, wirklich viel Einfluss.

00:10:58: Indien darf man nicht unterschätzen.

00:10:59: Ich meine nicht nur allein wegen der Bevölkerungszahl, sondern auch einfach als gewaltiger Markt, als auch eine Nation, die mit Russland Verbindungen hat, mit USA Verbindungen, gerade mit Europa ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat.

00:11:13: Also hier sind so viele Dinge derzeit in Bewegung und im Gange.

00:11:17: Das, und jetzt komme ich zurück, Kanis Ansatz trotzdem richtig bleibt, weil er sagt, wir sind in den alten Bündnissen nicht mehr verlässlich.

00:11:24: Die Vereinten Nationen sind ein Schatten ihrer selbst.

00:11:26: Die alten Handelsorganisationen sind ein Schatten ihrer selbst und und und.

00:11:31: Es müssen sich jetzt Nationen finden, die bereits sind, ihr eigenes Regelwerk neu zu definieren und im Grunde aus einer solchen Koalition der Willigen heraus so attraktiv zu sein, dass man ein Faktor in dieser Welt wird.

00:11:43: Und das nicht abgeduckt, nicht verschüchtert, nicht entsetzt, sondern mit dem notwendigen Selbstbewusstsein.

00:11:48: Und darin liegt eine ganz gewaltige Chance.

00:11:52: Wo ist dieser Mark Hani, von dem wir da sprechen?

00:11:55: Eine kurze Einordnung biografischer Art.

00:11:59: Der ist ein kanadischer Politiker der liberalen Partei.

00:12:03: Das ist wichtig.

00:12:04: Ein Nachfolger Justin Trudeau dort.

00:12:06: Er wurde erst am neunten März, zwanzig, fünfundzwanzig zum Vorsitzenden gewählt.

00:12:11: Wurde dann auch gleich der Nachfolger Trudeau als Premierminister.

00:12:14: Das ging sehr schnell.

00:12:16: Hatte zunächst ein etwas biederen Ruf.

00:12:19: Er galt als durchaus schließlich als Technokrat.

00:12:22: Er war einst der Gouverneur der Bank of Canada und dann habe ich jetzt richtig im Kopf auch der Bank of England, der erste Ausländer in der Bank of England, im Gouverneursrat dort, wenn das der Gouverneursrat jetzt der richtige Begriff ist dafür.

00:12:38: Und dann... Als Trump Kanada so scharf attackierte und zum einundfünfzigsten Bundesstaat der USA machen wollte, fand Karny plötzlich wirklich einen Widerhall in seiner Bevölkerung und er wurde zum Anführer der Widerstandsbewegung der kanadischen.

00:12:55: Großes Wort, aber so kann man es ja nennen.

00:12:57: und plötzlich gab es da etwas Emotionales.

00:13:00: und jetzt ist dieser Karny plötzlich eine Figur der Weltpolitik.

00:13:04: Wenn wir noch einmal kurz rein in seine Davosa-Rede eher wir weiter diskutieren, mir kann ihr redet über die Mittelmächte, über Kanadas, Bündnis-Treue und die Bedeutung der NATO.

00:13:19: Und dieses Afro-ism der Thucydides ist als inevitabel als die natürliche Logik der internationalen Relation, die sich selbst widerspricht.

00:13:44: Und mit dieser Logik ist es eine starke Tendenz für die Länder, um zu gehen, um zu kommen, um zu kommunizieren, um zu verabschieden, um die Hoffnung, dass die Erkrankung von Sicherheit wird.

00:14:02: Nein, das nicht.

00:14:03: Lass mich direkt.

00:14:04: We are in the midst of a rupture, not a transition.

00:14:07: Argue, the middle powers must act together, because if we're not at the table, we're on the menu.

00:14:28: Nein, ich glaube, er begreift, dass die EU ein Zusammenschluss hoffentlich starker Nationen ist und das ist weit entfernt vom Nationalismus.

00:14:38: Die EU kann letztlich nur funktionieren, wenn sie nicht weiter träumt, davon immer alle siebenundzwanzig, in eine Einstimmigkeit hineinzubekommen, kann man auf den St.

00:14:46: Nimmerleins Tag warten, bis das wirklich stattfindet und es wird immer jemandem, sei es aus Budapest oder aus Bratislava geben, der versucht dann entsprechend entweder durch ein Veto oder durch entsprechende Verzögerungstaktiken die EU zu leben.

00:14:59: Das wäre fatal.

00:15:01: Aber er... Appelliert schon daran, dass man sagt, man darf schon ein selbstbewusstes, interessensgeleitetes, nationales Herangehen an Bündnisse an Koalitionen haben, weil sie die Koalitionen nur stärker machen.

00:15:15: Und so verstehe ich ihn zumindestens.

00:15:17: Und deswegen ist das jetzt nicht zwingend ein Widerspruch, aber gleichzeitig schon auch eine Urfeige nach ganz rechts dahin gehen, weil er deutlich macht, alleine seid ihr den Wölfen zum Fraß vorgeworfen.

00:15:27: Und das ist ja immer wieder was, was bei uns von der AfD propagiert wird, auch von anderen.

00:15:33: da setzt eine klare grenze sagt es muss einfach bündnisse geben und die bestehenden bündnisse die teilweise schwach sind klarotisch sind einfach nicht mehr das zu bieten haben was man sich ursprünglich mal ausgedacht hatte.

00:15:44: sind sind deswegen jetzt nicht obsolet, aber mit dem Ansatz der Neudefinition verbunden.

00:15:51: Und da kann und muss an den Puls und ich glaube, das ist auch seine Erwartungshaltung durchaus von Deutschland aus gehen.

00:15:56: Also da müssen wir wirklich nicht unter unserer Gewichtsklasse boxen und jetzt verschüchter darauf reagieren.

00:16:02: Und darin sehe ich schon auch eine große, eine große Möglichkeit und Chance für unser Land.

00:16:09: Und jetzt.

00:16:11: Kathé, du warst mal Mitglied einer Bundesregierung.

00:16:14: Jetzt mal jenseits aller Sonntagsreden.

00:16:16: Auch Merz hat ja in Davos dann gesprochen.

00:16:19: Was passiert, wenn so eine Rede dann öffentlich wird, wenn so eine Vision formuliert wird?

00:16:25: Kommt man da wirklich nie pushen?

00:16:27: Wird daraus

00:16:28: jetzt etwas konkret?

00:16:31: Also zunächst muss man sagen, du bist einer der wenigen, die wohl wahrgenommen haben, dass auch Merz in Davos eine Rede gehalten hat.

00:16:36: Ja, das war gerade

00:16:37: sehr überrascht.

00:16:39: Friedrich Merz war in Davos, ist an mir vorbeigegangen.

00:16:43: Ja, ja, er war tatsächlich dort und das ist natürlich ein Abbild unserer heutigen Aufmerksamkeitsökonomie auch im politischen Umfeld.

00:16:49: Also ich glaube, es kann keine beschissene Situation für eine Staats- und Regierungschef geben, als an einem Donnerstag zu sprechen.

00:16:56: Da wo es das geht ja immer von Montag bis zum Wochenende und den Ton und davor ihm jemanden gehabt zu haben, der wirklich eine überraschende.

00:17:04: Klammer auf, Kaniklammer zu, Rede gehalten hat, die echt etwas ausgelöst hatte, dann noch Trump, der dann natürlich alles überlagert und dann tagt drauf Friedrich Merz, der eine gute Rede gehalten hat.

00:17:17: Also ich bin da sonst auch gerne kritisch, aber es war grundsätzlich eine gute Rede, aber es ist halt vollkommen verpufft.

00:17:22: Wie läuft es im Hintergrund, Abrüdiger?

00:17:24: Das ist eine gute Frage.

00:17:25: Also für die Redenschreiber war das natürlich ein Albtraum-Szenario, weil so eine Rede wird ja über Tage und Wochen entsp- vorbereitet.

00:17:34: So, und dann kommt diese überraschende Karni-Rede, von wo ich höre, was nicht abgestimmt war mit den europäischen Partnern.

00:17:41: Zumindest wussten wir nicht wirklich, worauf, was auf sie zukam.

00:17:45: Dann muss man mit Trump... Und

00:17:46: ganz kurz gerade die kriegen, entschuldige mich ins Wortfall, die kriegen keine Vorab-Exemplare.

00:17:50: Da wird nicht vorab gemeldet.

00:17:52: Übrigens, unser Chef sagt heute dies und dies.

00:17:55: Ja, also in der besten aller Welten, ja, das gibt es schon auch.

00:17:59: Also unter den Europäern ist sowas durchaus üblich, aber auch da war man in Davos... auch nicht genau darauf vorbereitet, was beispielsweise der Sonnenbebrillte Emmanuel Macron von sich geben sollte, der da sehr hart aufgetreten war, Ursula von der Leyen hatte ihre Rede.

00:18:16: und also man muss schon immer mit echten Überraschungen leben und in unserer Welt, in der wir heute selbst leben, wo alles durchgestochen wird, hat natürlich eine Regierung oftmals auch kein Interesse, Dinge zu teilen, weil man Fürchtet, dass damit letztlich durch, wenn sowas vorher in die Öffentlichkeit gerät, natürlich die Schlagkraft auch verliert.

00:18:35: Also, da wurde er nervös und hektisch natürlich nachgearbeitet, trotzdem noch eine ganz gute Rede zustande gebracht für den Friedrich Merz.

00:18:43: Aber, wie er ja selber schon gesagt hat, irgendwie wollte es keiner mehr hören.

00:18:49: Trotzdem ist es wichtig, auch diesmal zu analysieren, weil sie eine kluge Reaktion auf Karni war und gleichzeitig aber sehr abwägend, weil man Trump nicht so sehr auf die Füße treten wollte, aber das ist eine ganz andere Diskussion.

00:19:02: Aber Karten, der nächste Schritt nach Davos, was passiert jetzt?

00:19:06: Geht das jetzt weiter im Hintergrund?

00:19:10: Die Hoffnung geht dahin.

00:19:11: Also ich glaube, die Europäer haben schon begriffen, dass man... verhindern muss, wie in Hühnerhaufen in einer solchen Situation oder in einer so multiplen Krisensituation, in der wir gerade sind, aufzutreten.

00:19:24: Und es finden in Bereichen Abstimmungen mittlerweile statt, die ich mir vor ein paar Jahren gar nicht hätte vorstellen können.

00:19:29: Also Stichwort Verteidigung, Stichwort Handel.

00:19:33: In der gleichen Woche, das war ja auch, war ja auch bezeichnet, hat man es geschafft, zunächst oder die Woche vorher endlich das Mercosurabkommen mit den lateinamerikanischen Staaten abzuschließen.

00:19:43: Was genau in die Richtung Kanis geht, dass man sagt, wir müssen uns mit anderen organisieren, wenn es mit den USA als solche so mit den Chinesen immer schwieriger wird, um dann dieses Disaster im Europäisch Parlament zu haben.

00:19:54: Die Heeme von der amerikanischen Delegation könnte euch an zwei Fingern ausrechnen.

00:20:00: Also das sind alles Zeichen, dass man begriffen hat, grundsätzlich jetzt schon enger zusammenzuwirken, sich enger abzustimmen.

00:20:09: Und dieser Spruch Kanada könnte ja eigentlich Mitglied der Europäischen Union werden, der letztes Jahr noch belächelt wurde.

00:20:17: Das wird so nicht eintreten, aber es wird neue Konstellationen geben oder geben können und die sollten uns eigentlich zuversichtlich stimmen.

00:20:26: KT, wenn wir jetzt über die deutsche Rolle reden, dann könnte man sagen, Deutschland sei geradezu prädestiniert für das KANI-Modell, weil die Bundesregierung und ja auch die deutsche Gesellschaft multilaterale Institutionen schätzen, weil sie Weil sie längst Klimapolitik, Datenschutz auch im internationalen Sinne ernst nehmen, weil sie sich sicherheitspolitisch neu orientiert haben.

00:20:57: Man könnte aber auch, und dazu neige ich eher, ich bin gespannt, dass deine Position sein wird, sagen Moment, Deutschland ist dem überhaupt nicht gewachsen.

00:21:05: was der kanadische Premier da formuliert.

00:21:07: Wir sind sicherheitspolitisch zu schwach.

00:21:10: Wir sind abhängig von den USA, was Technologien angeht.

00:21:14: Wir sind abhängig von anderen Nationen, was Rohstoffe und Energie angeht.

00:21:19: Die Entscheidungsprozesse sind so langsam in Berlin.

00:21:21: Die politische Welt fragmentiert.

00:21:23: Die AfD wird stärker.

00:21:25: Wie siehst du es?

00:21:26: Ist Deutschland dem gewachsen?

00:21:29: Also Deutschland ist auf die Papier prädestiniert, da hast du vorkommen Recht und muss trotzdem einen Wust von Hausaufgaben hinbekommen, um letztlich dieser von anderen durchaus geforderten Führungsrolle oder Mitführungsrolle auch gerecht zu werden.

00:21:43: Ich glaube trotzdem, dass mittlerweile einiges geschieht, schlicht, weil es keine anderen Optionen mehr gibt.

00:21:48: Man kann sich nicht mehr auf die Sicherheit russischen, russische Energiequellen verlassen.

00:21:53: Das ist natürlich längst jetzt erstmal Geschichte.

00:21:56: Man kann sich auf die amerikanische Absicherung unserer Verteidigungsmöglichkeiten oder unserer Verteidigung als solches nicht mehr verlassen.

00:22:05: China ist ein zunehmend harter Partner geworden und deswegen bleibt uns gar nichts anderes übrig.

00:22:12: So, dafür muss man aber dann halt natürlich auch mal die üblichen Innenpolitischen Eitelkeiten überwinden, muss vielleicht auch mal die ein oder andere unangenehme Entscheidung treffen, weil sie uns aus unserer Komfortzone herausboxt.

00:22:25: Und man macht sich mit allem auch nicht nur beliebt, aber das ist letztlich der Führungsanspruch, den wir von einer Bundesregierung erwarten und den anderer Europäer auch von uns erwarten.

00:22:35: Und deswegen war Karnis Wegruf so, Wegruf ist so ein abgetroschener Begriff, aber deswegen war Karnis Rede so auch so so bedeutsam.

00:22:43: Und es ist gut, dass sie bei uns auch entsprechend rezipiert wurde.

00:22:47: Und ich glaube.

00:22:50: Ja, wir werden immer noch einige sklerotische Anfälle haben bei uns, aber es ist die Notwendigkeit schlicht gegeben.

00:22:58: Und ich glaube, wir, die wir das beobachten, aber auch als eine Bevölkerung Europas, muss sich natürlich auch selbst fragen, stehen wir dem offen gegenüber oder klammern wir an den Nostalgien und der Romantik der vergangenen Tage?

00:23:11: Nur damit wird man nichts gewinnen.

00:23:12: Und das hat Karini auch gesagt.

00:23:16: Ist denn letzte Frage zu dem Punkt?

00:23:21: Die Erwartung, dass es jetzt einen Block der Mittelmächte gäbe und Deutschland dort eine führende Rolle einnehmen, nicht vielleicht auch wieder naiv.

00:23:31: Also wir lösen uns jetzt von den USA.

00:23:33: Wir gehen jetzt in ein Bündnis der Mittelmächte und darüber werden wir eine neue konstruktive Kraft in der Geopolitik entwickeln.

00:23:41: Und dann kommt Trump und verhängt neue Strafzelle oder droht mit der Ausladung aus jenem Kreis oder diesem Kreis.

00:23:49: und plötzlich schwenken alle wieder zurück, weil sie sagen ja, ohne die aus USA können wir ja nicht und alles wird wieder fragiler und widersprüchlicher.

00:23:57: Ist der ist die realpolitische Folgerung aus all dem wieder mal ein Mittelweg, also den USA gebogen zu bleiben, soweit es nur geht und dann aber ein bisschen mehr in Richtung Kanada und Und anderer Bündnispartner?

00:24:13: Ich glaube, die Antwort auf deine Frage wird sich um Themen herum.

00:24:17: entsprechend definieren.

00:24:18: Also man wird nicht für alles das gleiche Konstrukt finden können.

00:24:22: Es gibt Bereiche, da bleiben wir auf zumindest eine enge auch wirtschaftliche Verbindung mit den USA angewiesen.

00:24:28: Es gibt andere Bereiche, wo man mit China zusammenarbeiten wird müssen.

00:24:32: Was übrigens Kani selbst gemacht hat.

00:24:33: Er hat unmittelbar im Kontext von Davos ein Handelsabkommen mit China in Aussicht gestellt, was ihm sofort die Strafzoll androhung von Trump entsprechend gebracht hat.

00:24:45: Und gleichzeitig wurden auch Strafzölle im Zuge von Grönland angedroht.

00:24:49: Und was hat Europa gemacht?

00:24:50: Und Deutschland war da doch auch mit der Regierung eine Spitze mit dabei.

00:24:52: Man hat gesagt, nicht mit uns.

00:24:54: Man ist eben nicht wie in den Wochen davor und den Monaten davor mit Knieschonern ins Weiße Haus gerutscht, sondern man hat sich tatsächlich einfach auch mal härter aufgestellt.

00:25:05: Und das wird ein Mix bleiben.

00:25:09: Also Realpolitik bedeutet natürlich immer auch mal Dinge zu machen, wo man sagt, wie kann man nur auf diese oder jene Forderung eingehen?

00:25:16: Aber gleichzeitig ist ein Markt mit vierhundertfünfzig Millionen, plus die Kanadier, plus die Britten, plus möglicherweise noch andere Partner, ein Machtfaktor.

00:25:26: Ein GDP, also ein Protoinlandsprodukt, kumuliert in Europa von achtzehn Millionen Euro ist mehr als ein Machtfaktor.

00:25:37: Sich dessen bewusst zu werden und damit immer mal wieder auch taktisch nicht zu spielen, aber es ins Spiel zu bringen, ist, glaube ich, die neue die neue Marschrote und dann muss man einfach selbst attraktiver werden und attraktiver auch für andere Partner auf dieser Welt.

00:25:54: Ich halte das nicht für ausgeschlossen, aber es bedarf einer Kraftanstrengung.

00:26:00: Kultur.

00:26:03: Kathé, du hast

00:26:03: gerade den Übergang, den ich jetzt wähle, zu unserem nächsten Thema meine ich, eigentlich schon eingeleitet gehabt mit deiner vorvergangenen Bemerkung, als du nämlich Karni und die Nostalgie ansprachst.

00:26:16: Wenn man Übergänge schafft vom Geopolitischen, zum Kulturellen oder vom ganz schweren, zum etwas leichteren.

00:26:23: Hat es manchmal etwas Gequältes.

00:26:25: Heute bin ich mir sicher, das hat es nicht.

00:26:27: Denn Mark Carney, den wir gerade zitiert und diskutiert haben, sagte in seiner Rede auch, Nostalgia is not a strategy.

00:26:35: Also Nostalgie sei keine Strategie.

00:26:39: Peter, wir reden über Nostalgie.

00:26:41: Den Social Trend, Trend, ich sage Scheut, Social Trend, twenty sixteen oder zwanzig sechzehn.

00:26:48: Was ist das?

00:26:50: Das war ein Trend oder ist immer noch ein Trend, der vor wenigen Wochen begonnen hat, wo Menschen, also ganz simpel in sozialen Netzwerken, angefangen haben, über zwei Jahrzehnte zu reden und Bilder zu posten, ganz oft Bilder von sich selber, in welcher Lebenssituation sie damals waren, wie sie aussahen, etc.

00:27:08: und so ein bisschen nostalgisch auch teilweise zurückschauen.

00:27:12: Es gab sogar den Hashtag irgendwo bring back twenty sixteen.

00:27:17: Und wenn man sich das so anschaut, merkt man ja, da hängt eine Sehnsucht drin.

00:27:22: Und ich glaube, es ist die Sehnsucht nach einer Welt, die einem von heute aus gesehen geordneter erschien.

00:27:28: Und irgendwie normaler.

00:27:31: Ich glaube, aber wie alle waren jetzt, wir waren schon alt genug, um das noch zu erinnern.

00:27:36: Leider

00:27:37: ja.

00:27:38: Das fühlte sich natürlich damals überhaupt nicht so an.

00:27:41: Im Gegenteil.

00:27:42: Es gab... Der New Yorker, die Zeitschrift hat geschrieben, The Worst Year Ever, weil wir erinnern uns kurz.

00:27:48: Das hat

00:27:48: sie damals geschrieben.

00:27:49: Ja,

00:27:49: hat sie damals geschrieben über den Jahr.

00:27:51: das Jahr, was wir heute noch so tragisch sozusagen irgendwie uns anschauen, galt damals als eines der schlimmsten überhaupt.

00:28:00: Klammer auf.

00:28:01: Das kann höchstens für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gegolten haben, natürlich Klammer zu.

00:28:06: Anyway, da wurde Trump gewählt.

00:28:08: Da hat das Verein sich Königreich für den Brexit gestimmt.

00:28:11: Da gab es einen Terroranschlag in Berlin am Breitscheidplatz.

00:28:14: Da gab es einen Terroranschlag in Nizza.

00:28:16: Es gab einen in Brüssel.

00:28:18: Es sind sowieso ganz viele schreckliche Dinge passiert.

00:28:21: Und ich glaube, dahinter steckt natürlich dieses Phänomen, Sören Kierkegaard, Kierkegaard, wenn man kein Danish kann, kann ich auch nicht sagen.

00:28:29: Das Leben muss vorwärts gelebt, kann aber nur rückwärts verstanden werden.

00:28:34: oder andersrum.

00:28:34: Und ich glaube, das ist es.

00:28:36: Jetzt verstehen wir, was damals war, gucken zurück und denken, oh, das fühlte sich irgendwie geordneter und besser an, während man drinsteckte, tat es das überhaupt nicht.

00:28:48: Ist das verlogen oder sentimental?

00:28:51: Auch ein bisschen geschichtsverklärend wie die Make America Great Again Bewegung, die sich ja auch auf eine Amerika Zurück zu besinnen, versucht, dass es in der Wirklichkeit nie gegeben hat.

00:29:05: Ist das so ähnlich?

00:29:07: Ja und nein.

00:29:08: Also ich glaube, es ist erstens überhaupt nicht so ähnlich, weil ich diesem dann doch recht harmlosen Social Trend nicht dieselbe Absicht unterstellen würde wie der Magerbewegung.

00:29:18: In der Magerbewegung ist das ganz klare Absicht sozusagen.

00:29:21: ... diese Nostalgie nach einer Zeit, ... ... die es so nie gab, anzusprechen.

00:29:25: Ich glaube, dieser Social Trend ... ... ist ja ein Zufallsprodukt, ... ... wie diese Trends es immer sind.

00:29:32: Weil es halt zehn Jahre her ist, weiß

00:29:33: ich nicht.

00:29:34: Es ist halt auch erst zehn Jahre her.

00:29:36: Also für meinen Geschmack ... ... müsste man mindestens zehn weitere Jahre ... ... zurückgucken, um irgendwo anzukommen, ... ... wo ich sich bei mir langsam eine Nostalgie einstelle.

00:29:46: Das mag auch persönlich sein, ... ... weil ich damals gerade Abitur gemacht habe ... ... und die WM in Deutschland stattfand, aber ... Ich glaube, das ist nicht dasselbe.

00:29:54: Und das ist ja auch endlich, Peter, nicht?

00:29:56: Also, ich meine, diese Neigung immer zu sagen, mein Gott, früher war alles besser.

00:30:00: Also, gerade im politischen Bereich.

00:30:02: Du tränen blind, blickt man auf politische Figuren wie Harald Schmidt oder die damaligen Auseinandersetzungen zwischen Strauß und Wiener.

00:30:12: Oder Adenauer wird verklärt.

00:30:14: Wenn man die Leute... Meintest

00:30:15: du Harald Schmidt oder Helmut Schmidt?

00:30:16: Nur mal ganz kurz.

00:30:17: Helmut Schmidt.

00:30:18: Hab ich Harald Schmidt gesagt.

00:30:19: Auch der wird

00:30:22: noch steiges betrachtet.

00:30:23: Auch der wird

00:30:24: sehr noch steiges betrachtet, ist aber noch unterwegs und hat sich jetzt nicht so todegeraucht wie Helmut Schmidt.

00:30:30: Aber wenn man damals jemanden gefragt hätte oder gesagt hätte, hört mal zu derzeitiger Kanzler, wird in vierzig Jahren oder dreißig Jahren ein Sollenheiliger sein.

00:30:40: Ich meine, die hätten sich in Ast gelacht.

00:30:42: Und es ist schon eine erstaunliche, es ist schon eine erstaunliche Neigung, dass immer wieder, dass man, dass man mit so einer, mit so einer Sehnsucht nach Vergangenen versucht, die Gegenwart zu bewältigen.

00:30:54: Und gleichzeitig natürlich auch die Zukunftsängste.

00:30:57: Ich sage das.

00:30:58: Als jemand, der auch nicht ganz frei von nostalgischen Gefühlen ist, ich hab die schon auch immer wieder, aber in diesen Bereichen schon seltsam.

00:31:06: War das jetzt irgendein so ein Influencer, der das in den letzten, also dieses Jahr, das Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr,

00:31:17: Jahr, Jahr, Jahr,

00:31:18: Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr,

00:31:24: Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Jahr, Die neunziger waren die

00:31:29: beste Jahrzehnte.

00:31:29: Nur mal so.

00:31:30: Nur, dass wir es gehört haben.

00:31:31: Die Achtziger, die Achtziger, die meine Nostalgie.

00:31:31: Da warst du nicht auf der Welt.

00:31:32: Okay, Boomer.

00:31:32: Nein, sorry.

00:31:33: Stimmt natürlich nicht.

00:31:33: Also ich weiß nicht, oder man weiß auch nicht genau bei diesem Trend, wo.

00:31:37: der hat nicht sozusagen eine Single Source.

00:31:41: Es gibt verschiedene Gerüchte angefangen dabei, weil das Kylie Jenner das ausgelöst hat, weil sie jetzt eine Neuauflage ihrer Kosmetik-Serie, glaube ich, rausbringt.

00:31:51: Ich habe einen Artikel gelesen, Jason Steinberg oder so ähnlich, habe den Namen nicht ganz parat, hat gemutmaßt, dass das ein von den AI-Firmen... ausgelöster Trend sein könnte, damit sie sozusagen Daten sammeln, weil Menschen Bilder posten, wie sie vor zehn Jahren aussahen, um ihre Aging-Filter zu trainieren.

00:32:12: Ob das jetzt stimmt oder auch nur so eine Verschwörungstheorie ist, weil man denen gerade alles zutraut, weiß ich nicht, ist glaube ich am Ende auch ein bisschen egal.

00:32:20: Das sind ja so diese, diese Art von Massenphänomen, die einfach passieren.

00:32:24: Ich glaube, Leute haben Freude daran, einfach Bilder zu posten von früher, bisschen darüber zu reden.

00:32:30: Ich weiß nicht, wie viele Leute ernsthaft glauben, dass es damals besser war.

00:32:35: Das kann ich dir nicht sagen.

00:32:36: Ich

00:32:37: bin ja vermuten,

00:32:38: ich fand es damals nicht besser.

00:32:41: Ich würde ja vermuten, Peter, dass die Social Media Konzerne den Hashtag sofort als ganz attraktiv erkannt haben.

00:32:49: Sowohl Bring Back, twenty sixteen als auch Hashtag, twenty sixteen.

00:32:54: Beide waren ja oder sind ja populär.

00:32:57: und und das hat so eine Kraft, wenn dann alle die entsprechenden Fotos raussuchen und umschicken.

00:33:02: So kriegst du ja digitale Massenbewegungen hin, die dann mutmaßlich auch schnell wieder veräppen.

00:33:06: Wo wart ihr?

00:33:08: Wie war euer Geisteszustand?

00:33:10: Und wo wart ihr physisch?

00:33:14: Mein geistes Zustand war wie immer bedauerlich und tatsächlich war ich noch in den

00:33:23: USA.

00:33:25: Amerika, wo sich dieses Land gerade auf den Sprung hin zu der ersten Amtszeit Trumps befand.

00:33:32: Wobei das ja erst im November dann der Fall war.

00:33:34: Und bis dahin, dass irgendwie kaum jemand glauben oder wahr haben wollte.

00:33:38: Wobei da absolut Trends erkennbar waren.

00:33:41: Und ich erinnere mich aber, dass ich bei beiden ominösen Abend und Nächten, also jetzt, die sich politisch abgespielt haben, nämlich Brexit und auch die Wahl Trumps, mich in Europa befunden hatte, einmal in Italien beim Brexit.

00:33:54: Wo wir alle abends mit recht guter Hoffnung ins Wett gingen, um morgens dann wirklich Käsekreide, Totenbleich auf uns gegenseitig in die entsetzten Gesichter zu blicken.

00:34:04: Und bei Trump, das weiß ich noch, den Abend erinnere ich mich noch.

00:34:07: Ich bin ja nun wirklich nicht mit profetischen Gaben ausgestattet, aber durch die Gefühlslage, die ich in den USA hatte, hatte ich einen Vortrag in Hamburg.

00:34:16: Lustigerweise damals gemeinsam mit dem damaligen regierenden Bürgermeister Hamburgs, nämlich Olaf Scholz, an den erinnern wir uns auch noch, Wage irgendwo in der Vergangenheit.

00:34:26: Und Josh... Ganz nostalgisch.

00:34:27: Und ich war der Einzige, der an dem... Ja, sehr nostalgisch.

00:34:30: Das ist immer wieder bei der Nostalgie.

00:34:33: Und ich erinnere mich, dass ich wirklich der Einzige in dieser Truppe war, der gesagt hat, Ich habe den Gefühl, dass wir morgen aufwachen und Donald Trump gewählt werden.

00:34:40: Und das Ausmaß an an an Gelächter und Häme, was mir da entgegenschlug, habe ich heute noch im Ohr.

00:34:48: Und tatsächlich war es dann so.

00:34:50: Also, es war während meiner USA-Zeit dieses Jahr, dass ich jetzt rückblickend auch nicht, sagen wir mal, als das Glorreichste der letzten dreißig Jahre bezeichnen würde.

00:35:02: Und, Rüdiger, du, du warst im Zweifel auf einem Volleyballfeld, nämlich mal an, oder?

00:35:07: Aber nicht das ganze Jahr.

00:35:08: Ja, dieses ganze Jahr, das stimmt.

00:35:11: Ich habe nie aufgehört seit thirty-fünf Jahren, ist ganz schlimm.

00:35:13: Äh, zwei Tausendsechzehn habe ich mich von Kruhnern Jahr verabschiedet im großen Magazinverlag, Familienunternehmen, das heute so nicht mehr existiert.

00:35:21: Ein Opfer... ... seiner selbst und der Diskruption vielfältiger Art.

00:35:26: Ich habe aber vorhin auch nachgedacht, es war ja noch vor Corona.

00:35:30: Übrigens auch bevor Podcasts zum Massenmedium wurden.

00:35:32: Also die Welt war schon ganz schön eine andere.

00:35:35: Ansonsten war ich in Hamburg und begann die Selbstständigkeit ... ... und ein Unternehmertum.

00:35:41: Und es war noch kaum Rede von KI, wenn ich mich richtig erinnere und da öffnen sich so viele neue Möglichkeiten.

00:35:46: Also es war wirklich eine ganz ganz andere Zeit.

00:35:48: Rickard, erzähl du mal, weil das Stichwort Amerika viel und ich finde ja schon Amerika vor zehn Jahren war ein komplett anderes Land.

00:35:56: Wie war deine Heimat?

00:35:58: Bitte ansteigen.

00:36:00: Das war für mich genauso.

00:36:01: Ich erinnere mich nicht mehr, ob es Thanksgiving oder Weihnachten nach der Wahl war.

00:36:06: Aber da ging es ordentlich zur Sache, weil es Menschen in meiner Familie gab, die Trump gewählt hatten.

00:36:12: Und ich mich, was völlig untypisch ist für mich, sehr temperamentvoll dazu verhalten habe.

00:36:18: Ganz untypisch, Riccardia.

00:36:22: Aber sag konkret, hast du geschrien womöglich?

00:36:26: Nein, das waren nur die anderen.

00:36:27: Ich war total ruhig und gelassen.

00:36:30: Nein, aber ich weiß noch, wie eine Tante sagte, ich lieb meine Familie.

00:36:34: Das sind auch Menschen, die ihre Familien lieben, wie ich immer sage.

00:36:37: Aber wie sie sagte, du hast kein Recht darüber zu urteilen, ob Trump Präsident hier sein sollte oder nicht.

00:36:44: Du lebst hier nicht mehr.

00:36:46: Du weißt nicht, wie schlecht Amerika läuft.

00:36:50: Und ihr Europäer habt sowieso gar keine Ahnung.

00:36:52: Also ich war plötzlich auch totale Außenseiterin, ja.

00:36:56: Das war gar nicht böse.

00:36:57: gemeins klingt so, aber es taten sich Gräben auf danach.

00:37:01: Er flog dann der Trut an durch einen Raum.

00:37:03: oder wie hast du dich gewährt?

00:37:05: Nein, den Teil habe ich tatsächlich eingesehen.

00:37:08: Ich habe lange nicht mehr in Amerika gelebt und ich habe eine andere Art von Patriotismus als meine Familie vielleicht auch.

00:37:16: Meine ist, dass ich durchaus hinterfrage und für diese Art Patriotismus in Amerika ist es, du hast nicht zu hinterfragen, Papa hat recht.

00:37:28: Wir sind alle betroffen, Peter.

00:37:33: Wir sollten dem Podcast nicht ewig schweigen, deswegen frage ich Peter.

00:37:40: Ich war sozusagen, ich bin gerade von Hamburg nach nach Frankfurt übergesiedelt, hatte mich genauso wie Rüdiger, von dem damals noch einigermaßen stolz, in Großvalakona und Ja verabschiedet und war nach Frankfurt gezogen.

00:37:52: Fand die Stadt am Anfang ganz schrecklich und nach einem halben Jahr wollte ich nicht mehr weg.

00:37:57: So eine Wirkung hat das dann auch manchmal.

00:37:59: Und ich weiß noch, ich war damals zehn Jahre jünger als heute, also achtundzwanzig.

00:38:03: Ich lag auf dem Sofa und habe diese Brexit-Nachrichten gelesen und habe zum ersten Mal in meinem Leben als Millennial Wirklich das Gefühl gehabt, hier endet jetzt gerade was.

00:38:14: Hier endet jetzt die Zeit, die ich kenne, in der eigentlich alles immer so ein bisschen Richtung Fortschritt gegangen ist.

00:38:22: Richtung die Welt wird ein bisschen offener, bisschen verbundener und so weiter und so weiter.

00:38:29: Das ist natürlich auch immer schon die Illusion gewesen aus einer sehr europäischen Sicht.

00:38:33: Die Global Majority hat das nicht unbedingt so gesehen, aber auf mich wirkte es damals so.

00:38:38: Und im November dann, also ein paar Monate nach dem Brexit-Votum, als die Wahlen in den USA war, war ich gerade in Südafrika auf einer Reise.

00:38:46: Und ich weiß noch, wir waren auf so einer Farm, da standen so eiförmige Häuser und man traf sich dann morgens zum Frühstücksbuffet unter so einem Baum.

00:38:54: Und also gab es schon Stühle und Tische.

00:38:58: Und man guckte in die Runde und alle waren wirklich so kreidebleich quasi, weil das waren natürlich alles Touristen, die dort zu Gast waren.

00:39:09: die sich, die es gar nicht fassen konnten, was da gerade passiert war.

00:39:15: Und ich glaube, das war wirklich der Moment, wo eigentlich das, was Makane jetzt heute als Bruch bezeichnet, definitiv schon spürbar

00:39:23: wurde,

00:39:24: wo man aber im Gegensatz zu heute ist, irgendwie nicht so richtig wahr haben wollte und deswegen immer wieder behaupte, es geht irgendwie weg.

00:39:34: Aber Klaus, vielleicht auch zu dir.

00:39:37: Die Eiferminghäuser zeige ich euch.

00:39:39: Klaus, auch zu dir, wo warst du denn?

00:39:43: Ich war hier in Hamburg und das ist ja manchmal bei Dekaden so, dass sich dann ein Kreis schließt oder ich vielleicht verkitsche ich es gerade.

00:39:50: Ich bin jetzt wieder in Hamburg und zurückgekehrt nach Jahren in den USA und in Leipzig, jetzt wieder am selben Ort.

00:39:58: Und das hat etwas von Déjà-vu.

00:40:01: Damals war ich Chefredakteur des Spiegel und wir haben versucht, das, worüber ihr gerade diskutiert habt und was ihr erzählt habt, in Titelbildern auszudrücken, in Texten, in Schlagzeilen und damit war ich voll und ganz beschäftigt.

00:40:17: Ich erinnere mich daran, wie wir in der Brexit-Nacht einen Titelbild entworfen und betextet haben, dass natürlich zum Inhalt hatte das Großbritannien in bei Europa bleiben würde und dann hatten wir einen Notcover für den Fall, dass der Brexit beschlossen würde und plötzlich wurde das ganze Heft umgebaut und alles anders und das Notcover wurde das eigentliche.

00:40:41: Was Trump angeht, habe ich darauf getippt, dass er gewinnen würde in dem Moment, als das mit Hillary Clinton und den E-Mails, ich erinnere euch flüchtig, zehn Jahre her, alles.

00:40:55: James Comeys Verhalten, so kurz vor der Wahl, dass sich gegen Clinton ja richtet, als das größer und größer wurde.

00:41:03: Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass das in Richtung Trump laufen würde und dann haben wir die Titelbilder über Trump gemacht.

00:41:10: Das Ende der Welt, ihr erinnert euch, das hängt hinter mir.

00:41:12: Wenn ihr es sehen könnt an der Wand dieses Trump-Trump als Meteorit, der auf die Erde einschlägt.

00:41:18: Das Ende der Welt, die wir kennen und dann wenig später Trump mit dem abgeschlagenen Kopf der Freiheitsstatue.

00:41:24: Beide übrigens, Ehre wem Ehre gebührt, gezeichnet von dem exilkubanischen New Yorker Künstler Edel Rodriguez.

00:41:33: Wenn wir, ich denke ja gerade auch in dieser Dekade, Peter, du hast das Thema ja mitgebracht oder aufgemacht, wenn du sagst, dass wir es damals schon hätten sehen können, was wir heute sehen, haben wir eine ganze Dekade verpasst?

00:41:51: Ich denke, ja, am Ende ist es natürlich hinterher, sagt sich das immer so, ihre Leicht, Heinzzeit ist twenty-twenty, jetzt können wir so tun, als wären wir glüge gewesen.

00:42:01: Aber ich glaube, im Nachhinein muss man das so feststellen.

00:42:04: Ja, also Georg Dietz schreibt von der nutzlosen Dekade und ich finde, als ich das gelesen habe, habe ich wirklich kurz gedacht, das ist ein ganz guter Begriff, weil die... Dinge, an denen wir jetzt arbeiten und wo jetzt alle der Meinungen sind, jetzt ist der Moment für den Aufbruch, die auch diese Rede von Karnia nochmal in die Debatte einfach eingebracht hat, wie man auch hier sieht.

00:42:27: Digitale Souveränität, sicherheitspolitische Souveränität in Europa, die Abhängigkeit von den USA reduzieren, einmal drüber nachdenken, welchen Einfluss, welche Agenda, Social Networks haben etc.

00:42:40: etc.

00:42:41: etc.

00:42:41: sind alles Dinge, die man, wenn man mit einem womöglich etwas weniger nostalgischen Blick, mit einem etwas weniger Festklammern an einer Zeit, die eigentlich vorbei ist, auch vor zehn Jahren oder vor acht oder vor sieben oder sechs oder fünf, hätte schon früher einen Angriff nehmen können.

00:43:01: Das ist nicht geschehen und ich glaube, das hat durchaus auch zu tun mit dieser Art von, ja, diesen Festhalten an etwas, von dem man nicht will, dass es endet.

00:43:09: Was eine zutiefst menschliche Regung ist, die wir sicher alle von uns ... selbst kennen, ... ... die aber ein schlechter Ratgeber ist, ... ... von daher ist dieser Satz, ... ... Nostalgia ist not a strategy, ... ... finde ich hier absolut ... ... treffend.

00:43:22: Kateg, eine Dekade der Nutzlosigkeit?

00:43:25: Ich finde allerdings ... ... die Bezeichnung Dekade der Nutzlosigkeit ... ... schlichtweg nutzlos.

00:43:32: Es bringt uns überhaupt nichts ... ... und insbesondere finde ich es auch verkürzt.

00:43:35: Also ... Wenn man die Debatte schon führen wollte, haben wir uns über seit neunundundachtzig neunzig im Tiefschlaf befunden angesichts der Veränderungen, die diese Welt durchlaufen hat.

00:43:45: Und Europa immer glaubte, noch sei irgendwie eingebettet in all diesen Abhängigkeiten sich bewähren zu können.

00:43:53: Und die Zeit, die wir darauf verwenden, unser Versagen zu analysieren.

00:43:58: ist eine, die uns wiederum Kraft kostet für all die Dinge, die wir jetzt aufzustellen haben.

00:44:02: Nur ist es natürlich richtig zu sagen, okay, aufgrund der Grundlage einer Analyse kann man letztlich erst den nächsten Schritt unternehmen.

00:44:08: Aber wir haben schon eine Neigung zur Selbstgeißelung in diesem Land.

00:44:11: Wir haben eine Neigung dazu, nicht nur über die Gegenwart zu nörgeln, sondern die Vergangenheit dann eben auch immer noch mit diesem Gewissen um Gottes Willen.

00:44:19: Wir haben versagt, Tonalität zu untermauern, am besten das noch mit Köpfen zu verbinden, denen man auch noch Jahre nach ihrer Anzzeit einfach nicht genug kühbelweise Dreck über die Köpfe schütten kann.

00:44:34: Es raubt uns die Kräfte, die wir jetzt brauchen eigentlich oder bräuchten.

00:44:38: Und deswegen, ja, das ist eine schöne Schifre, die Dekade der Nutzlosigkeit.

00:44:43: Aber ich finde, über das Zitat hinaus wollten wir uns vielleicht nicht so sehr damit beschäftigen.

00:44:50: Von mir aus gerne.

00:44:50: Ich glaube nur, dass man ja auch durchaus trennen darf zwischen wer macht Analyse, wer macht Schlusswolkerungen daraus.

00:44:59: Und ich glaube, dass sozusagen auch heutzutage diese Nostalgie ein schlechter Ratgeber ist in jeglicher Hinsicht nostalgische Politik sozusagen das aus vom Verbrenner aus schon wieder zu begehen und sich über Debatten zu führen, die schon abgeschlossen waren.

00:45:13: Jetzt wird er wieder über Kernkraft diskutiert und so.

00:45:16: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben so eine Art Déjà-vu-Erlebnis und denke mir, das bringt uns ja auch nicht weiter sozusagen.

00:45:24: und von daher glaube ich, dass wir Ich bin bei dir zu sagen, Analyse ist auch irgendwann Punkt.

00:45:29: Und dann sollten alle klugen Köpfe, die gerne analysieren, gemeinsam überlegen, was machen wir denn mit all diesen Erkenntnissen jetzt?

00:45:37: Und was folgt daraus?

00:45:39: Ja, insbesondere

00:45:39: die Inwart

00:45:41: unserer Analysekraft.

00:45:42: Noch mal ganz kurz, ich wollte so eine Frage noch mal stellen, gerade was mich einfach interessiert hat.

00:45:45: Ich habe mir so überlegt, also irgendwie haben wir so jeder von uns ein bisschen zugegeben.

00:45:49: Es gibt was Nostalgisches.

00:45:51: Ist denn irgendwas also bei uns selbst?

00:45:53: Ist denn irgendetwas, was euch?

00:45:55: richtig nostalgisch macht?

00:45:57: also das kann ja der alte platten spieler sein der sind ja mittlerweile auch wieder so richtig individuell platten nicht.

00:46:02: also ich ziehe auch wieder die alten verkratzten teile mittlerweile vom speicher.

00:46:06: und also gibt es irgendwas wo ihr sagt mein gott wäre das schön wenn wenn wenn man das im dauer gebrauch wieder hätte.

00:46:14: oder telefon mit drehscheibe keine ahnung.

00:46:17: also rikadia

00:46:20: Bei den Schallplatten bin ich definitiv dabei, aber es gibt auch viele Dinge, die ich überhaupt nicht nostalgisch sehe.

00:46:26: Insofern lieber jemand anders, weil ich finde vieles, was früher war, einfach total blöd.

00:46:32: Ich bin immer froh, wenn wir uns nach vorne bewegen und nicht rückwärts.

00:46:38: Na, ich bin nostalgisch KT, wenn ich an Dinge wie mein Elternhaus denke, was ich deshalb tue, weil meine Eltern in den vergangenen Jahren beide gestorben sind, relativ schnell aufeinander folgend.

00:46:52: Und weil dieses Elternhaus tatsächlich noch das Haus war, also in dem die beiden zuletzt gelebt haben, noch das Haus war, in dem ich einst vor vielen Jahren ausgewachsen bin.

00:47:01: Und meine Schwester und ich mussten das jetzt ausräumen und haben es dann natürlich auch getan.

00:47:06: Und ich schaue jetzt gerade während ich mit euch rede, hier rechts von mir an ein Fotos, die ich mir hier aufgehängt habe.

00:47:12: Kindheitserinnerung, ein Fotos von ganz früher.

00:47:14: Und natürlich ist das eher Trauer als Nostalgie, aber die Nostalgie kann ja auch aus der Trauer folgen.

00:47:22: Da wünsche ich mir schon, dass die Zeit nicht so schnell vergangen wäre und ich wünsche mir Gespräche mit meinen Eltern zurück.

00:47:31: Das Gegenstände angeht gar nicht.

00:47:33: Schaltplatten, ja, irgendwann habe ich mal getraut, dass ich sie alle weggeschenkt habe und dann hätte ich gern die alten Bapplatten noch.

00:47:39: Aber jetzt höre ich es halt auf andere Weise.

00:47:42: Man darf

00:47:42: ja meine Wärmetrommel rühren.

00:47:44: Klaus, das machst du nicht, weil du von einfach von größten denkbaren Bescheidenheit geprägt bist.

00:47:50: Aber du hast ein wundervolles Buch darüber geschrieben, also auch über die Abschiede.

00:47:54: Und das kann man wirklich nur jedem ans Herz legen.

00:47:56: Also so viel zur... Ab und zu weisen wir auch mal in diesem Podcast darauf hin, was die anderen tun.

00:48:03: Aber Klaus ist wirklich mit großem Vergnügen.

00:48:05: Tolles Buch.

00:48:07: Danke dir dafür.

00:48:10: um in diese Lücke reinzugehen, Klaus.

00:48:13: Ich habe das Buch auch gelesen.

00:48:17: Aber noch ein Gedanke einfügen.

00:48:18: Nostalgie hat sowas Passives.

00:48:21: Das ist ein Wort, was ich gar nicht mag.

00:48:23: Das wird einem schnell vorgeworfen.

00:48:24: Was ich total mag, denn auch Historiker und beschäftigen mich sehr viel mit Geschichtsthemen, ist ein Geschichtsbewusstsein.

00:48:30: Also nur ein Beispiel.

00:48:31: Ich habe ein Tübing studiert, neunziger Jahre.

00:48:33: Wenn ich ein Tübing bin, habe ich wirklich das Gefühl, als würde ich irgendwie auf eine Art emotional wieder eins werden mit meinem selbst, von damals auch mit dem Ort selber.

00:48:43: Und dieses Gefühl liebe ich, ist aber nicht nur nostalgisch, das ist irgendwie sehr echt, wahrhaftig, wurzten schlagend und danach suche ich immer wieder.

00:48:53: Das ist aber schön, das ist auch schön, wie du es beschreibst.

00:48:55: So geht es mir in Münster und ich war, ich ahne oder ich glaube genau zu wissen, was du meinst, Rüdiger.

00:49:01: Peter?

00:49:03: Nee, ich habe gerade gedacht, ... auch noch mal über Nostalgie nachgedacht.

00:49:07: und warum, glaube ich, ... ... im Jahr zweitundsechzehnt zumindest für mich nicht funktioniert.

00:49:10: Ich glaube, ... ... A ist für mich eine persönliche Sache, je beschissender ... ... irgendwie die Zeiten oder verwirrender die Zeiten sind, ... ... in denen wir leben, das so weniger nostalgisch werde ich ... ... und zwar gar nicht als Beschluss, sondern als Feststellung, ... ... weil ich irgendwie das Kühlhab, ... ... womöglich ist es auch zu deprimierend, sich was anderes anzugucken, ... ... aber ich finde es auch so, ... ... um KT zu zitieren, nutzlos.

00:49:32: Ähm, wonach ich schon nostalgisch bin, ist die Zeit im Jahr... ...zweitehundsechzehn als auf den Bestseller-Listen ein bis dahin recht unbekannter amerikanischer Autor namens J.D.

00:49:43: Vance stand und das Buch Hillbilly Allergy verpasst hatte.

00:49:47: Und man denkt, sich hätte er doch womöglich einfach beim Bücher schreiben bleiben können.

00:49:52: Ähm, das wäre für uns alle wahrscheinlich besser gewesen.

00:49:55: Ich bin nostalgisch nach dem Moment, in dem J.D.

00:49:57: Vance nur ähm... Ein Redneck Leben sozusagen säziert hat und nicht die globale Weltordnung.

00:50:07: Und das sogar konnte ein gutes Buch geschrieben hat.

00:50:10: Ja, das

00:50:10: Buch ist nicht so schlecht.

00:50:13: Das ist ein tolles Buch.

00:50:15: Das irre ist ja, dass man, also lassen wir überhaupt noch zu, wenn man jetzt das Bild eines JD Vans hat, wie er heute auftritt, dass man einfach ihm immer noch zugestätigt ein gutes Buch geschrieben zu haben.

00:50:27: Hat es tatsächlich.

00:50:28: Und ich glaube, das sollte man deswegen auch nicht kleinreden.

00:50:31: Stimmt, bin total bei euch.

00:50:33: Hillbilly Allergy.

00:50:34: Ich weiß nicht, ob du gerade den Titel genannt hast, Peter, aber wenn wir darüber diskutieren, sollten wir ihn nennen.

00:50:39: JD Vance hat ja wirklich sein Leben umgekrempelt.

00:50:44: Das ist in Wahrheit viel zu klein.

00:50:46: Hat das was mit?

00:50:47: Selbstoptimierung zu tun, selbst Verwandlung, selbst Umwandlung, ganz gewiss.

00:50:53: Leben.

00:50:55: Rekadia, wir wollten über den Optimierungswahn.

00:51:00: Wahn ist ein Wahn, jedenfalls über den Drang, sich selbst zu optimieren reden.

00:51:05: Warum?

00:51:07: Also bei J.D.

00:51:07: Wernst mich ganz kurz sagen, dass er rückwärts gelaufen ist.

00:51:10: Er ist ja von einem... Angeblich ganz gut ein Auto zu Just Dumb Wands übergegangen, insofern ist es eher degenerativ bei ihm.

00:51:17: Aber ja, ich wollte über Long Javidi sprechen, über Mindset Madness und zwangsläufig dann auch in dem Zusammenhang über Biohacking, weil ich einen Trend bei mir selbst erst beobachtet habe, den ich dann auf Social Media gespiegelt bekommen habe.

00:51:31: Nämlich, dass die Leute es so ein bisschen überhaben mit der Long Javidi.

00:51:35: Und ganz kurz, ich sage auch warum, weil ... Irgendwann, als ich dann von meinen zwölf Tabletten saß, Supplements, und mir eine nach der anderen reinschub, dachte ich, also bei Allerlong Javidi, wann darf ich denn dann auch mal leben, bei diesem langen Leben?

00:51:50: Also, es war einfach dieses

00:51:52: Gefühl,

00:51:52: wann ist es genug?

00:51:53: Ja.

00:51:54: Tick, tick, langsam mal bitte.

00:51:55: Du hast all die Tabletten genommen, weil du hundert werden wolltest.

00:52:01: Ja, und auch einfach, es geht ja nicht nur darum, Hundert werden zu wollen.

00:52:05: Das will ich gar nicht mehr.

00:52:06: Also mir würde ich gesagt auch auf dem Achtzig reichen.

00:52:08: Aber es geht auch um die Gesundheitsspanne bei Long Javidi.

00:52:12: Also, dass du eben nicht so... schlecht alters, wo nix mehr geht und alles bricht zusammen und irgendwie bist du nur noch pflegefall die letzten zwanzig jahre.

00:52:21: genau darum geht das finde ich auch was unsere kinder wenn wir sie dann haben angeht.

00:52:25: total toll dass man sagt komm ich möchte euch dass du die letzten zwanzig jahre meines lebens damit verbringst dich irgendwie um mich kümmern zu müssen.

00:52:32: also diese mit verantwortung verstehe ich und ich habe auch nichts gegen longevity.

00:52:36: ich komme aus dem yoga.

00:52:37: ich glaube auch an diese adage die ich sehr schön finde dna loads the gun Lifestyle pulls the trigger.

00:52:47: Also, deine DNA, die lädt die Waffe.

00:52:49: Das warst du mit was du geboren bist.

00:52:52: Aber was es auslösen kann, Krebs, Krankheiten, was auch immer, ist, wie du lebst.

00:52:58: Und das glaube ich schon, dass da ein Zusammenspiel ist und dass das auch eine gute Geschichte ist, sich das anzuschauen, wo es anstrengend wird.

00:53:06: Ist, weil es jetzt, wo wir im postspirituellen Alter angekommen sind, Und an dieser postspirituellen Ära ist diese, es ist ja wieder Kapitalismus.

00:53:16: Es ist ja wieder Turbokapitalismus am meinem Körper.

00:53:20: Es wird kommerzialisiert, gerade als Frau, die du in einem mittleren Alter bist.

00:53:24: Dann, was glaubst du, was das für eine Entdeckung war für die Pharmaindustrie, direkt nach erectiler Dysfunktion, die Wechseljahre bei Frauen?

00:53:31: Kannst du dir vorstellen, was das für eine Industrie dann wird?

00:53:36: Und da bin ich dann so in so einer Weigerungshaltung, dass ich merke, Nö, ich habe keine Lust, so kommerzialisiert zu werden, so optimiert zu werden, dass ich gar nicht mehr das Gefühl habe, ich lebe, ich genieße, ich habe auch mal Freude daran, mich suboptimal zu verhalten.

00:53:55: Also kein permanentes Glutwerte-Tracking.

00:53:58: Wie viel Futterst du noch?

00:54:03: Also neben meinem Omega-Dreihöl, das ich natürlich auch habe, aber ich habe bestimmt sechs verschiedene Supplements.

00:54:10: Und übrigens, ich habe mich nicht signifikant besser gefüllt, weil ich glaube, es gibt Menschen, die haben das, die sagen, man ja, Energie durch die Decke, ich mache hier drei Mal die Woche Run Club, bin voll inspiriert, denke ich, komm, Machians, super.

00:54:22: Aber das hatte ich halt nicht.

00:54:23: Ich schlucke hier diese wahnsinnig teuren Supplements und denke, ehrlich gesagt, ich will immer noch um acht Uhr schlafen gehen.

00:54:29: Und das fand ich so deprimierend und so disillusionierend, weil ich das Gefühl hatte, so jetzt klaffend hype.

00:54:35: und Realität persönlich und auch in Social Media gespiegelt auseinander.

00:54:40: Und da die Frage, können wir es nicht einfach auch mal gut sein lassen?

00:54:45: Was ist deine Antwort?

00:54:47: Wir können es mal gut sein lassen.

00:54:50: Ich höre dir so zu und habe den Eindruck, ich habe ja einiges verpasst, aber offenbar auch nicht schlimm, dass ich es verpasst habe.

00:54:58: Ich nehm keine Pille nach wie vor.

00:54:59: Nein, ich will's auch nicht alles schlechtreden.

00:55:01: Das könnt ihr euch ja vorstellen.

00:55:03: Mir geht's nur darum, dass durch diese Kommerzialisierung und durch die ganzen Optimierung, und da spreche ich jetzt als Frau eher, aber kommt ruhig rein, wenn ihr das Gefühl habt, auch ihr wollt den Brasilien-Buttlift oder Gesichtslifting oder was auch immer, sagt ruhig Bescheid.

00:55:19: Aber für uns ist ja eh schon immer dieses Gefühl, mein Gott, was soll ich denn noch alles irgendwie liefern?

00:55:24: Und als dann diese ganze Supplement- und Optimierungswelle kam, dann merkst du einfach, dass du sagst, ich gebe mir jetzt selbst den Befreiungsschlag und sag, ich heuche in mich rein, was macht Sinn?

00:55:35: Was ist einfach nur Hype und wo kann ich Kim Kardashian durchaus ignorieren?

00:55:42: Und fühlst

00:55:42: du dich frei?

00:55:43: Es gibt so einen Trick, also was ist gar kein Trick, aber wenn man einfach einmal im Jahr eine anständige Untersuchung in unserem Alter ist, das sowieso angebracht über sich ergehen lässt und das mit einem anständigen Blutest verbindet und dort wird er dann eigentlich sehr deutlich woran mangelt es.

00:55:58: Und klar muss man da die Ärzte und die Einrichtungen finden, die jetzt nicht unmittelbar mit der Industrie verbunden sind.

00:56:04: Aber wenn es halt dann an Vitamin D oder an diesem oder jenem mangelt, dann wird man sich ja damals auch das ein oder andere Pilchen fressen müssen.

00:56:12: Bei mir ist es immer wieder der Fall.

00:56:13: Aber ich meine, es ist ja vollkommen irre.

00:56:15: In den USA ist es ja immer noch ein wahnsinniger Trend.

00:56:18: Und da, wenn man in Wohnungen geht, stehen oftmals mehr Pillendosen als

00:56:21: Bücher rum.

00:56:22: Und das ist ja

00:56:24: schon eine Aussage.

00:56:26: Es gibt einfach auch Dinge, das ist natürlich typisch USA, die einfach zu weit gehen.

00:56:30: Also wenn ich mir das Blut meines Sohnes initiieren lasse, zum Beispiel, weil Youth Elixir, dann denke ich mir so, okay, das ist auch moralisch einfach nicht mehr vertretbar.

00:56:41: Der Name will mir gerade nicht kommen, aber der macht das eben.

00:56:44: Und es wird halt die ganze Zeit gebiahacked.

00:56:46: Du hast diese wearables, alles wird getrackt und so.

00:56:50: Und die Frage ist halt wirklich, ab wann wird es anstrengend und ab wann ist es auch ethnisch nicht mehr verträgt.

00:56:55: vertriebbar und es hat auch was Eliteeres letztendlich, weil wer kann sich wearables und diese teuren Supplements, wir können es hoffentlich hier und da uns erlauben, aber kann auch nicht jeder, weißt du, dann sitzt du da mit deinen drei Jobs, die du jeden Tag arbeitest und musst ganz normal altern, du Armer, weißt du so.

00:57:11: Ich bin ein

00:57:12: bisschen lustig.

00:57:14: Für Menschen, die dieses Thema jetzt eher staunend verfolgen, die sich auch eher fragen, worüber reden die denn da gerade, erklär uns bitte erstens Biohacking und zweitens Wearables.

00:57:25: Wearables, ich greife mal vorweg, nehme ich mal an, sind Computer am Handgelenk, mit denen du misst, wie viele Schritte du gegangen bist und so weiter, was mit deinem Blut passiert oder was auch immer du messen kannst.

00:57:36: Was

00:57:36: bitte ist Biohacking?

00:57:38: Also eine bestimmte Computerfirma mit einem echt großen Fruchtstück zum Beispiel hat diese wearables.

00:57:43: Das sind dann diese großen, quadratischen Uhren und da kannst du alles sehen.

00:57:47: Dein Schlaf, Rhythmus, dein Herzschlag.

00:57:50: Wie sieht die Herzvariabilität aus?

00:57:52: Nicht, dass es stehen bleibt.

00:57:53: Das ist zum Beispiel wearables.

00:57:55: Biohacking sind verschiedene Dinge.

00:57:57: Habe ich natürlich auch gemacht, hatte die kalte Tonne auf dem Balkon, habe mich reingesetzt morgens in dieses kalte Wasser.

00:58:03: Das hat übrigens wirklich einen Benefit.

00:58:05: Das werde ich vorschieben.

00:58:06: Aber Kälte und Hitze Therapien.

00:58:07: Dann gibt es diese wirklich extrem Schlafexperimente, dass du guckst, so wann ist jetzt der absolute Schlaf?

00:58:14: und Ayustheos dementsprechend?

00:58:16: Es gibt auch Licht- und Atemtechniken, diese Infrarotsauna und Atemübrigens absolut.

00:58:23: Das möchte ich übrigens auch dazu sagen, wer mit dem Atem beginnt, der macht sowieso alles richtig.

00:58:28: Das sage ich nicht nur als Yoga-Lehrerin, sondern weil es das günstigste und effektivste Mittel ist, gesund zu bleiben.

00:58:34: Das möchte ich nicht

00:58:35: sagen.

00:58:35: Eine Atme ist generell nicht ungesund.

00:58:37: Aber

00:58:40: ihr Männerkate,

00:58:41: ihr atmet alle falsch und das weiß ich, weil ich jahrelang nur Männer unterrichtet habe.

00:58:45: Das musst du uns auch machen, Riccardia.

00:58:47: Wie atmen wir richtig?

00:58:49: Bitte.

00:58:50: Wenn ihr einatmet, geht der Bauch rein oder raus?

00:58:54: Rein?

00:58:56: Falsch.

00:58:56: Wir sollen aber rausgehen.

00:58:58: Bauchatmung, auch zum Sprechen und zum Singen.

00:59:00: Ja, super.

00:59:05: Da sagen Freunde von mir auch immer, ich kann doch jetzt nicht den Bauch so.

00:59:08: Ihr brust raus, Bauch rein, aber das ist es halt leider nicht.

00:59:11: Es ist einatmen und der Bauch geht raus.

00:59:14: Du meinst es vorhin, glaube ich, Brian Johnson, oder?

00:59:16: Als du von der Blumenindjektion gesprochen hast.

00:59:21: Ah, das ist der Typ von dem man immer sieht, der so longevity macht, ganz viele Übungen, um jünger auszusehen.

00:59:26: Man sieht den so und denkt, der sieht echt schon super aus für sechzig.

00:59:29: Und dann erfährt man, dass er fünfundvierzig ist.

00:59:32: Und genauso sieht der halt auch aus, ne?

00:59:34: Also es ist, naja, aber KT, wenn du in den nächsten... Der ist eine völlig,

00:59:37: der ist eine völlig bezahre Gestalt, Peter.

00:59:38: Also ich hab den tatsächlich mal ein paar Tage erlebt und der hat versucht da, das war auf einer Konferenz, hat er versucht allen das beizubringen, dass das das beste und denkbare Leben sei.

00:59:50: Also, wenn ich dieses Leben führen müsste, würde ich mich von der Brücke stürzen.

00:59:53: Also, der ist wirklich in einer Parallelwelt.

00:59:59: Und glücklich wirkt er auf mich nicht.

01:00:01: Reich, ja, über all das, was er da

01:00:03: angerichtet

01:00:04: hat, aber glücklich nicht.

01:00:06: Das finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt, Katze.

01:00:08: Entspannter wirken die Leute nicht.

01:00:12: Ich habe ja vor... Fühlst

01:00:13: du dich jetzt freier?

01:00:15: Klaus, ganz kurz, so die Frage eigentlich.

01:00:16: Der fühlst du dich denn jetzt freier, befreiter?

01:00:19: nachdem du dich befreit hast.

01:00:21: Ich heuche mehr darauf und gucke, was wirkt wirklich?

01:00:25: Und was habe ich eigentlich nur gekauft, weil es mir auf Insta suggeriert wurde?

01:00:28: Und das hilft, weil dann eine differenzierte Art damit umzugehen stattfindet.

01:00:33: Ja.

01:00:33: Und dahin wollte ich kommen, Rikalia.

01:00:35: Was ist denn geblieben?

01:00:36: Was tust du jetzt, wenn du über ein gesundes, sinnerfülltes Leben nachdenkst?

01:00:42: Also, was ist von diesem, ich nenn's jetzt mal, warm mit meinen Worten?

01:00:46: übrig geblieben?

01:00:47: oder was hast du auch komplett verändert?

01:00:49: Worauf passt du jetzt aus?

01:00:52: Ich komme ja durchaus auch aus einer spirituellen Tradition.

01:00:54: Das heißt, ich verbinde diese Dinge immer auch.

01:00:56: Für mich hat Gesundheit auch was mit einer Gesundheit des Herzens und des Kopfes zu tun.

01:01:02: Und ich tue Dinge, die Frauen geraten werden, die eben, das wisst ihr jetzt eher durch eure Partnerin vielleicht, die eben Perimenopausal unterwegs sind.

01:01:11: Da gibt es einfach Dinge, wo man sagt, wow, cool, dass diese Science, diese Wissenschaft jetzt da ist, weil wir Dinge tun können, einfach um besser all zu werden als Frauen.

01:01:21: Und diese Sachen hatten wir zum Beispiel vorhin nicht.

01:01:23: Und da gibt es unglaublich gute Ressourcen.

01:01:27: Ich habe vor...

01:01:28: Das ist Daunse.

01:01:30: Gar nicht.

01:01:32: Ja, nein, ich wollte gerade einen Übergang schaffen zu etwas, was ich vor, wie lange ist das jetzt her?

01:01:41: Zehn Jahren, Nostalgie.

01:01:42: Vor zehn Jahren recherchiert habe nämlich das Leben von hundertjährigen und dann auch deren Lebensbilanzen.

01:01:52: und ich komme deshalb drauf, weil wir meine Co-Autorin und Ehefrau Samia und ich damals immer wieder die Frage gestellt haben, wie ein sinnvolles, aber auch ein gesundes, langes Leben gestaltet werden kann.

01:02:08: Und letztlich hat sich das für mich in der Kombination zweier Aspekte erschlossen.

01:02:15: Erstens, das haben wir in Japan gehört, ist inzwischen ein Modewort, dieses ikigai, macht das, was du wirklich tun willst und tust heute.

01:02:23: Mach das, weshalb du morgens aufstehst, wovon du träumst, was dir wirklich etwas bedeutet und warte nicht auf morgen verschiebst, nicht mach es jetzt.

01:02:30: Und dann aber zweitens, und das geht parallel, pass auf dich auf und übertreibst nicht, sondern ist gesunde Sachen, rauch natürlich nicht und so weiter.

01:02:41: Also das sind jetzt Banalitäten.

01:02:43: Aber wenn man das kombiniert, ohne jetzt wearables zu tragen und ohne hysterisch zu werden, im Sinne von jetzt auch, ich mache einen Fehler.

01:02:52: Jetzt mache ich etwas, was mir nicht gut tut.

01:02:55: Nee, vielleicht tut es mir gerade gut, etwas Gefährliches zu machen.

01:03:00: Die Kombination ist nicht so verkehrt.

01:03:04: Ich finde auch, was du sagst, total wichtig, Klaus, weil im Zusammenhang mit diesen hundertjährigen auch ganz schnell klar wurde oder nicht ganz schnell, allmählich haben es begriffen, dass die sozialen Verbindungen jung halten, dass wir sind hart, korre dafür, verkabelt und zu verbinden.

01:03:21: mit anderen Menschen.

01:03:22: Das ist ja auch kein Voodoo, sondern das ist wirklich Wissenschaft.

01:03:25: Wir wissen, wer nicht auf der Innenseite des sozialen Lebens steht, sondern außen, der verkümmert Wortwörtlich mit seinen Social Skills, aber auch mit seiner Gesundheit.

01:03:35: Und das ist etwas zum Beispiel, worauf ich schon achte, dass ich wirklich ... Schau, wie es meinen Freundinnen geht, wie es meiner Familie geht.

01:03:43: Und ihr kennt das selber, dieses warme Gefühl, ihr habt einen alten Freund wieder gesehen und ihr denkt, Mann, wieso sehe ich den nicht viel öfter?

01:03:49: Bei mir geht gerade irgendwie innerlich die Sonne auf.

01:03:54: Der eigenen Verkümmerung arbeiten wir dahingehend entgegen, dass wir diesen Podcast zur Fünft aufnehmen.

01:03:59: Also wir werden entsprechend verjüngt am Ende des Jahres uns in die Augen sehen.

01:04:04: Das wird die Wirkung sein.

01:04:06: Was ist da los?

01:04:31: Ich würde ja gerne behaupten, dass ich mich davon frei machen kann, weil ich kein Gensieler oder Millennial auch sogar nicht mehr bin.

01:04:38: Aber ich glaube schon, dass durch die Werbefeats von Insta, durch die Seiten, die man dann automatisch folgt, dass da schon dieses Gefühl aufkommt, wenn du jetzt nicht was tust, als Frau jetzt zum Beispiel, dann wird dein Alter richtig schwer.

01:04:54: Also du wirst einfach... schlechter Altern als alle anderen um dich rum.

01:04:59: Und so kam ich überhaupt erst auf die Idee, ehrlich gesagt.

01:05:01: Das kam durch Social Media.

01:05:04: Gut und schlecht.

01:05:06: Ja.

01:05:07: Peter, in den USA gibt es gerade eine Klagewelle, auch Class-Action-Klagen, also sogenannte Sammelklagen.

01:05:16: Was passiert da?

01:05:18: Es richtet sich gegen Social Media und es geht um Suchtgefahren.

01:05:22: Was geschieht dort?

01:05:24: Genau was da gerade passiert ist in dieser Reihe von von lawsuits die sowohl glaube ich auf staats als auch auf bundesebene oder bisher nur auf staats eben stattfinden werden die diversen sozialen netzwerke die meta-netzwerke tiktok etc.

01:05:40: von einzelnen nutzenden und gruppen von nutzenden verklagt mit dem argument dass sie mittel einsetzen um ihr produkt addiktiv zu machen also sucht erzeugend zu machen.

01:05:53: Und da geistert die Frage rum, ist das der Big Tobacco Moment für Social Media.

01:05:59: Also Big Tobacco war sozusagen der Moment, in dem dieser Shift stattgefunden hat, dass die Tabakfirmen wirklich ihnen nachgewiesen wurde, dass sie Sucht erzeugende Mittel in ihre Zigaretten packen.

01:06:13: Bislang sind sozusagen alle Klagen gegen Social Networks eigentlich in den USA immer an der Free Speed Provision gescheitert, also an der freien Meinungsäußerung.

01:06:25: Und hier geht es zum ersten Mal weniger um die Inhalte der Netzwerke als um die Mechanismen der Netzwerke.

01:06:31: Und ich glaube, jede und jeder von uns, die diese Netzwerke nutzen, wissen, was gemeint ist.

01:06:36: Da geht es um die endlos scrollbaren Fields.

01:06:39: Da geht es um Algorithmen, die mir immer mehr von dem servieren, was mir gefällt, etc.

01:06:45: etc.

01:06:46: Kurzer Funfact am Rande, das Ja, in dem die meisten Social... Networks umgestellt haben von ich sehe was meine Freunde posten in mehr oder weniger chronologischer Reihenfolge hinzu.

01:06:57: Es gibt einen Feed, der das auf maximale Nutzungsdauer hinoptimiert und immer weiteroptimiert.

01:07:04: Umgestellt wurde es ungefähr zwei Jahrzehntein.

01:07:08: Weil wir dieses Jahr vorhin als Mark hatten.

01:07:11: Aber ja, am Ende wird die Frage sein, ist das der Big Tobacco Moment für die Social Networks?

01:07:16: und das... Urteil ist noch nicht gesprochen bzw.

01:07:19: die Urteile und das kann tatsächlich spannend werden.

01:07:24: Es gab ja schon mehrfach Versuche soziale Medien bzw.

01:07:27: die Konzerne, die dahinter stehen, also X, einstmals Twitter oder Meta, das hinter Facebook steht, verantwortlich zu machen für Lügen, für Defamierungen und auch für das Nutzungsverhalten unserer Kinder.

01:07:45: Und meistens scheiterte es an einem Gesetz, Section two-thirty genannt, von wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, neunzehnundneinzig, dass den Internetkonzernen grenzenlose Immunität versprach und verspricht.

01:07:59: Damals sollte es eine Art Anschubhilfe sein, Stadthilfe, damit die Konzerne wachsen konnten.

01:08:04: Dass es diese Auswirkungen haben würde, nämlich keinerlei Verantwortung, keinerlei Verantwortlichkeit, die es heute hat, war nicht vorausgesehen oder aber, wenn man etwas bösartiger drauf guckt, einkalkuliert worden.

01:08:19: Deswegen sind die Konzerne nicht greifbar.

01:08:21: Es kann gepostet werden, was auch immer man posten will und Algorithmen dürfen so sein, wie sie sein wollen.

01:08:26: Die Konzerne sind nicht dafür haftbar zu machen.

01:08:29: Das jetzt ist etwas ganz anderes.

01:08:31: Sucht, sucht Gefahren im Sinne der Tabakindustrie wären ein Knackpunkt oder ein Angriffspunkt, der bisher schlicht nicht gesehen worden war.

01:08:43: Glaubst du, dass das eine Chance hat, Peter?

01:08:45: In weitest meine Frage lässt sich das beweisen.

01:08:50: Ja, ich bin kein Jurist daher.

01:08:52: I don't know.

01:08:54: Mein Gefühl ist, es gibt ja diverse Studien, die exakt das belegen.

01:08:58: Also es lässt sich wissenschaftlich, lässt sich diese Vermutung belegen und ist auch schon belegt worden.

01:09:05: Anekdotisch ohnehin.

01:09:07: Also ich kann das bestätigen von mir selber.

01:09:10: Jeder, den ich kenne, der Social Networks nutzt und das ist wiederum jeder.

01:09:15: kennt auch die Sucht erzeugenden Phänomen und man fängt an, das zu bekämpfen, indem man sich selber nur eine halbe Stunde gibt, Instagram zu nutzen und so.

01:09:26: Die Frage ist, ob es gerichtsfest beweisbar ist.

01:09:28: Die Frage wird sein, ob die Lobbymacht der dahinterstehenden Konzerne in den USA ausreicht, um sozusagen dem entgegenzugehen.

01:09:40: Aber ich glaube, Wissenschaftlich ist das längst bewiesen und müsste somit wahrscheinlich auch vor Gericht zu beweisen sein.

01:09:49: Vielleicht ein Thema für Mark Carney's Coalition of the Willing, das sich da einige zusammentun.

01:09:54: Es gibt eine ganz interessante Entwicklung jetzt gerade auch mit Australien, die ja jetzt dieses Gesetz auf den Weg gebracht haben, dass Jugendliche glaube ich unter sechzehn entsprechend von Social Media ausgeschlossen werden sollen.

01:10:07: Man kann sich vorstellen, wie glücklich gerade diese Altersgruppe darüber ist.

01:10:11: Aber es wird ja auch heiß in Deutschland diskutiert.

01:10:13: Also, ich glaube, die Internetkonzerte werden den Druck insbesondere aus anderen Teilen dieser Welt, was es im Global aufgestellt, wahrscheinlich ähnlich fürchten.

01:10:22: Und vielleicht liegt darin eine Möglichkeit.

01:10:24: Auf der anderen Seite kann man immer wieder auch nur an den Menschen selber appellieren, seinen Sucht verhalten, in den Griff zu bekommen.

01:10:31: Sport.

01:10:33: Und damit ... Zum Sport, den wir mit den Olympischen Winterspielen bestreiten wollten, Rüdiger, aber wir müssen kurz über Handball reden.

01:10:44: Warst du handballsüchtig in den vergangenen Wochen?

01:10:48: Total natürlich.

01:10:49: Ich springe in jedes Mannschaftsturnier rein.

01:10:51: Ob Basketball, Eis okay oder eben Handball.

01:10:54: Ich habe gestern das Finale die erste Hälfte am Radio gehört.

01:10:57: Das ist übrigens gar nicht aushaltbar.

01:10:59: Im Fernsehen geht es ja auch schon

01:11:00: nicht.

01:11:00: Bei dem Tempo geht das nicht.

01:11:02: Es ist unvorstellbar wirklich.

01:11:04: Ich liebe Sport, weil für mich ist Sport das Drama des Lebens.

01:11:08: Nur hoffentlich und fast immer ohne den Tod.

01:11:11: Also alle Ängste, alle Träume, alle Sehnsüchte, alle Verzweifeln, alles Scheitern.

01:11:17: liegt da drin.

01:11:18: Und dann, Mannschaftssport ist dann so komplex, Psychologe ist so interessant, dass ich natürlich auch die Handballe wirklich als fest mitgenommen

01:11:25: habe.

01:11:27: Und ich leide ja an den Details, die ist dann am Ende entscheidend.

01:11:32: Deutschland gegen Dänemark, so einschiedsrichtab für vier, drei Abwehrspieler, die fehlen dort und dann plötzlich gibt das Ganze, obwohl die deutsche Mannschaft wie eine perfekte Mannschaft wirkte.

01:11:46: Ja, ich glaube allerdings auch an die Kraft der Logik dieses Spiels.

01:11:54: Ich glaube einfach, dass die Qualität der Dänen sich dann durchgesetzt hat.

01:11:59: In sehr vielen dieser Sportarten muss nicht auf einen Tor ankommen, wie im Fußball, der Fernschluss aus dreißig Metern, der ein Spiel entscheiden kann.

01:12:06: Also auch im Basketball, im Volleyball, was unser bei der Sport ist, dass sich am Ende oder auch Tennis, dass sich am Ende die Qualität durchsetzt.

01:12:12: Und das hat etwas Zermürbendes, was sie denen hatten, die haben ihr Tempo niemals nachgelassen mit ihrem Tempo.

01:12:18: Die Deutschen hatten ihren Kraftakt am Ende einfach ausgereizt.

01:12:21: So war mein Eindruck.

01:12:23: Rüdiger Olympia beginnt Winter Olympia in Meiland und Cortina D'Ampezzo.

01:12:28: Was erwartet uns dort?

01:12:32: Es erwartet uns dort offenbar moderne, ökologisch einigermaßen bewusste Spiele.

01:12:38: Da kann man sehr skeptisch sein, aber das Konzept klingt ganz gut, was die Organisatoren da vor Ort sich ausgedacht haben.

01:12:48: Olympia ist Commerz, ist hochpolitisch und so weiter und so weiter.

01:12:51: Also wir brauchen nicht darüber reden, dass man es eigentlich nicht mehr genießen können sollte.

01:12:55: Aber am Ende sind dann doch wieder Biatleten und Langläufer in der Spur und springen die Skispringer durch die Gegend und gewinnt die deutsche Allzukehren-Nationalmarschaft womöglich gegen Kanada durch eine heroische Tat.

01:13:09: Also insofern, es kommen die großen Momente wieder.

01:13:13: Einen großen Moment meiner Jugendphase erzählen.

01:13:16: Das war das Rennen, wo der Jochen Bähle vermisst wurde.

01:13:19: Wo ist Bähle?

01:13:20: Alle Sportfans kennen diesen Ausspruch.

01:13:23: Ich war wirklich sieben Jahre alt, gerade acht.

01:13:26: Das war das selbe Rennen, wo der Schwede Thomas Wasberg gegen Juha Mieto um eine Hundertstel... gewonnen hat, nach fünfzehn Kilometer langlauf.

01:13:34: Und damals sind ja nicht gleichzeitig gelaufen, sondern dann war einfach das Bild von der Minute lang auf einem auf einem verschneiten Waldstück und dann kam irgendeiner durch diesen Wald.

01:13:44: Man hörte erst seinen Atem und dann kam er durchs Bild gelaufen.

01:13:49: Es war für mich der Inbegriff des Glücks, diesen Sport gucken zu können.

01:13:53: Ich weiß auch nicht.

01:13:53: Also ich freue mich einfach auf diese auf diese Eintauchen in das Faszinosum.

01:14:02: dann auch Wintersport.

01:14:03: Und ich habe direkt eine Frage an dich, KT, weil erstmals Schieberg steigen, als es ski mountaineering olympisch ist.

01:14:10: Also die Kraksen mit den Skiern hoch und runter.

01:14:13: Und ich frage mich, ob du eventuell auch überlegt hattest, sich zu qualifizieren.

01:14:17: Die Zeiten sind vorbei, alter Sack mit mittlerweile sehr mit allen Sklerosen ausgestattet, die das Leben so zu bieten hat.

01:14:26: Aber es ist meine große Leidenschaft, die Touren gehen, also seit, seit, seit ich ein Kind bin, Fälle drauf und drauf den Berg und dann irgendwie wieder runter.

01:14:33: Also jetzt ist es ein bisschen früher gegeben.

01:14:35: Ich glaube,

01:14:35: ich hätte man vielleicht mal überlegt, es war wahrscheinlich hoffnungslos gewesen.

01:14:39: Ich fand es gerade wahnsinnig lustig für diejenigen, die unseren Podcast auf Video anschauen werden, als du die Bähle Geschichte erzählt hattest, also dieses.

01:14:46: Diese, diese, diese Anekdote und dieses vollkommen ratlose Gesicht von Peter, der zu diesem Zeitpunkt, glaube ich, noch nicht mal geboren war.

01:14:53: Und, nee,

01:14:54: da war

01:14:54: ich auch

01:14:56: mal.

01:14:56: Jede hat ja so sein Olympiamoment nicht.

01:14:58: Also bei mir, da wird der Peter noch ratloser schauen.

01:15:01: Bei mir war das Vierundachtzig, glaube ich, Katti Witt im Eiskunst laufen.

01:15:05: Ich meine, da war eine ganze, da waren wir alle schockverliebt auf eine Weise.

01:15:08: Nicht, das war sich für die DDR gelaufen damals.

01:15:10: Aber das war einfach, das hat so einen Zauber gehabt, nicht?

01:15:15: Ich meine, was war ich?

01:15:16: Aber Kati, du warst zwölf damals, ja?

01:15:18: Du warst zwölf.

01:15:19: Ja zwölf, genau zwölf.

01:15:20: Ja, Gott, da kann wieder einer rechnen im Gegensatz zu mir.

01:15:23: Und also, ich freue mich wahnsinnig auf diese Olympiade.

01:15:27: Ich glaube, die ganz große Frage dieser Tage ist, wird es Linse von schaffen noch irgendwie, die es ja noch so richtig in die Seile gehauen hat, jetzt in Cortina Dampezzo, weil sie halt dann doch noch das Rennen auch noch fahren musste.

01:15:39: Einen Vierzig ist es, glaube ich, mittlerweile.

01:15:41: Und mit allen Verletzungen, diese Haarzieben.

01:15:44: durchschult irgendwas von ja sie ist das comeback kit.

01:15:47: also ich kann mir vorstellen dass wir sie auf schienen sehen werden aber es werden die drahmen und all das werden wir in der rolle spielen.

01:15:53: also ich freue mich auf olympia und rüdiger von dir werden wir das fachwissen mitbekommen warum wer wo putzelt und trotzdem weiter fahren darf und ähnlich.

01:16:01: jetzt also freuen uns darauf und werden das im nächsten wochen podcast sicher auch aufgreifen.

01:16:08: Du hast Placid angesprochen, Rüdiger.

01:16:10: Das waren die Spiele, wo es The Miracle on Ice gab, wo die amerikanische Studentenmannschaft im Eishockey gegen die Sowjetunion gewann.

01:16:18: Vier drei?

01:16:20: Vier drei, glaube ich, dieses legendäre Eishockey-Spiel.

01:16:24: Das war nicht mal das Finale.

01:16:27: Aber das wurde verfilmt.

01:16:29: Das war ein großes Drama.

01:16:31: Die USA waren Passerausenseiter, weil sie eine Studentenmannschaft hatten.

01:16:34: In diesem Jahr werden die Profis der NHL, also der National Hockey League, freigestellt.

01:16:40: Sie kommen alle zu den Spielen.

01:16:42: Das heißt, Deutschland spielt zum ersten Mal seit langem wieder mit Leon Dreiseitel.

01:16:46: Aber alle haben ihre besten Profis dabei.

01:16:48: Wird das der Höhepunkt der Spiele?

01:16:50: Das Eishockey Turnier?

01:16:53: Du hast genau das genannt.

01:16:55: Klaus, das ist ja ein... Wahnsinnig spannend, weil die haben ja keine Zeit zu trainieren.

01:17:00: Da kommen also Superstars aus, aus der NHL übrigens auch bei Finnland, bei Schweden und so weiter.

01:17:06: Und die versuchen dann in kürzester Zeit zu funktionieren als Team.

01:17:10: Insofern für die, die sich ein bisschen da rein denken, ist das natürlich ein absolutes Highlight.

01:17:14: Ich habe gerade ein Buch gelesen, deswegen fieber ich jetzt mit den Schweden mit Frederik Backmann, kleine Stadt der großen Träume.

01:17:20: Ich habe es hier mitgebracht, ein Literarspiel.

01:17:23: Ich finde das super.

01:17:25: Super, du kennst das, super.

01:17:26: Also a, toll geschrieben, mit dreißig Hauptfiguren.

01:17:29: Es geht im Kern um eine junioren Eishockey-Mannschaft, um archaische Mann-Männer-Bilder.

01:17:34: Und es ist so fantastisch geschrieben, weil es wirklich reinkriegt in die Psychologie der Spieler, aber auch der Eltern, der Geschwister und so weiter.

01:17:45: Also wer ein bisschen nebenher auch sich einstimmen möchte aufs Eishockey-Turnier dieses Buch.

01:17:50: Kathé, das du das kennst, wusste ich nicht.

01:17:52: Schön.

01:17:54: Ja, es ist sehr, sehr zu empfehlen.

01:17:56: Und natürlich auch Eishor geht zu empfehlen.

01:17:58: Ich finde es immer noch die Sportart, die am allerwenigsten Fernsehtauglich ist.

01:18:01: Also, das ist mir immer...

01:18:02: Stimmt.

01:18:04: Ich war mal sieht einfach eigentlich gar nichts, selbst wenn man das schaut.

01:18:06: Im

01:18:06: Stadion siehst du den Puck auch nicht, ne?

01:18:08: Du siehst ein Puck auch nicht in der Redaktion.

01:18:10: Springen und schreien, das ist ein weißes an ein Tor gefallen ist oder ein brutaler Body-Check stattgefunden hat.

01:18:16: Kathé, da muss ich widersprechen, ich finde ja Icehockey sowohl im Fernsehen rasant und natürlich intensiv und zwischendurch all die Kameras, also Kameras im Tor zum Beispiel und natürlich auch fliegende Kameras und so perfekt inszeniert, dass man den Puck eben selbstverständlich doch sieht.

01:18:34: und ich finde ja sogar im Madison Square Garden in New York sieht man ihn aus.

01:19:00: Ich

01:19:00: möchte die Sendung Queer Eye empfehlen.

01:19:03: Die läuft auf Netflix, also Queer.

01:19:05: Eye ist eine Sendung, in der die Fab Five, fünf Menschen, anderen Menschen dabei helfen, in ihrem Leben noch glücklicher zu werden, auf jede erdenkliche Art.

01:19:15: Wer die Sendung kennt, wird sie wahrscheinlich ähnlich, lieben wie ich.

01:19:19: Für mich sagt sie sehr viel über die Welt, in der wir leben.

01:19:22: Auch die Tatsache, dass sie jetzt nach zehn Staffeln endet, ist womöglich eine Aussage.

01:19:26: Vor allem ist es aber tolles Reality-Fernsehen.

01:19:29: Sehr anrührend, sehr unterhaltsam, sehr postmodern auf eine Art und Weise.

01:19:33: Es macht große Freude.

01:19:35: Schaut es euch an, wenn ihr mögt.

01:19:37: Danke dir, Peter.

01:19:38: Und Klaus, wir wollen doch auch hinweisen auf die Dinge, die Open Minds Media jetzt noch in dieser Woche zu beten hat und auch künftig in den nächsten Monaten können am Mittwoch natürlich wie immer GGG hören.

01:19:51: Am Donnerstag gibt es Neuland.

01:19:54: Update.

01:19:55: Das ist ein Newsletter, wo wir das Team uns über die unterschiedlichsten Themen auch ungewöhnlich annähern und gleichzeitig Dinge schreiben werden, die ihnen hoffentlich und vielleicht Spaß machen werden.

01:20:07: Und am Freitag gibt es die erste Ausgabe von Grekadia.

01:20:11: gemeinsam mit dir Make America Good Again.

01:20:14: Also nicht make America great, or make it bad, or worse again, sondern good.

01:20:19: Rekali und ich werden dort mit dem notwendigen Humor über das transatlantische Verhältnis, über Amerika sprechen, auch über die Dinge, die uns hier Hoffnung geben können.

01:20:28: Und sie können sich zu all dem anmelden über Gutenberg.media.

01:20:34: Und wir sind alle für Sie und Euch nächste Woche am Dienstag wieder da, wenn es wieder heißt, Land in Sicht.

01:20:41: Danke und bye bye.

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