#142 GGG : Wie repariert man zerbrochene Freundschaften?

Shownotes

Wie repariert man zerbrochene Freundschaften? Über Nähe, Enttäuschung, Vergebung – und den Mut, wieder Kontakt aufzunehmen

Freundschaften begleiten uns oft länger als Partnerschaften oder berufliche Stationen. Sie sind Heimat, Resonanzraum, manchmal auch Projektionsfläche. Doch was passiert, wenn Freundschaften brüchig werden – durch Enttäuschung, Funkstille oder unausgesprochene Konflikte? Lassen sie sich reparieren? Und wenn ja: wie?

In dieser Folge von „Gysi gegen Guttenberg“ sprechen Gregor Gysi und Karl-Theodor zu Guttenberg über die Entstehung, die Pflege – und das Scheitern von Freundschaften. Persönlich aber auch analytisch und mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen diskutieren sie, warum Freundschaften im Erwachsenenalter oft fragiler werden, welche Rolle Zeit, Vergebung und Kommunikation spielen – und warum manchmal ein handgeschriebener Brief mehr bewirken kann als jede Nachricht auf dem Smartphone.

Viel Vergnügen, Ihr Team Gysi gegen Guttenberg

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Transkript anzeigen

00:00:03: Gisey

00:00:03: gegen Gutenberg, Gisey gegen Gutenberg, der Deutschland-Podcast.

00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Gisey gegen Gutenberg, dem Deutschland-Podcast.

00:00:27: Podcast, wie es mein Gegenüber sagt, der in Berlin im Studio sitzt.

00:00:32: Ich bin etwas weiter entfernt heute und freue mich auf eine Ausgabe über ein... Thema über, das wir bislang noch nicht gesprochen haben, wir werden nämlich heute über Freundschaften sprechen.

00:00:43: Was es bedeutet, Freundschaften zu haben, was es bedeuten kann, zerbrochene Freundschaften zu haben, was man tun kann, um sie möglicherweise wieder zu kitten und und und.

00:00:52: Viele Themen, die in dem Bereich eine Rolle spielen könnten.

00:00:57: Aber bevor wir eintauchen in dieses Thema, lieber Gregor, was ist dir vergangene Woche geschehen passiert?

00:01:05: Unangenehmes Wiederfahren, irgendetwas, was dich gefreut hat oder etwas, was dich in tiefe Erschütterung getrieben hat.

00:01:13: Also guten Tag, lieber KT.

00:01:15: Guten Tag, liebe Nutzerinnen und Nutzer.

00:01:16: Ja, mir ist etwas passiert.

00:01:18: Ich war in einer Gaststätte, habe mit jemandem gut gegessen und habe einen Trinkgeld von fünfzehn Prozent gegeben, was ich ganz in Ordnung fand.

00:01:28: Aber die Kellner reinde fünfzig Prozent sein richtig und hat das einfach aufgeschlagen.

00:01:34: Und so haben wir uns dann auf zwanzig Prozent geeinigt.

00:01:38: Was mir aber auch das erste Mal passiert ist, dass mir jemand ein völlig anderes Trinkgeld vorschlägt, als ich es gerade notiert hatte.

00:01:46: Aber das fand ich dann letztlich auch witzig.

00:01:48: Vor allen Dingen hat dann mein Gast gesagt, Ja, aber dass du dich dann wirklich noch höher treiben lässt, na ja, sag ich, weil die war frech und witzig, und da muss man ja auch ein bisschen für belohnt werden, oder?

00:02:01: Für frech und witzig, oder sie wollte testen, ob im Sozialisten wirklich eine soziale Ader steckt und er das entsprechen kann.

00:02:07: Klar.

00:02:08: Es ist übrigens ganz interessant, ja, es ist ja ganz interessant, dass bei uns die Trinkgeldkultur ja noch eine manchmal schwer fassbare ist.

00:02:18: Manchmal rundet man auf, manchmal geben Leute zwei Euro, finden sich dabei extrem großzügig andere, geben bei einer Rechnung von ... hundert Euro, zehn vielleicht auch mal zwanzig Euro, aber auch da manche mal vielleicht auch nur zwei Euro.

00:02:30: Klar hat das oftmals auch sehr viel damit zu tun, wie das Service tatsächlich gestaltet ist.

00:02:34: Interessant ist aber in den USA Gregor, bist du, wenn du weniger als achtzehn bis zwanzig Prozent gibst, musst du damit rechnen, dass du richtig hart angegangen wirst.

00:02:44: Also es gibt ja sogar Geschichten, dass dann auch Kellner schon mal richtig ausgeflippt sind.

00:02:48: Die leben aber natürlich im Wesentlichen

00:02:51: von dieser

00:02:51: Form des Trinkgeldes.

00:02:53: Man ist immer halb am verzweifeln, manchmal steht es auf den Rechnungen drauf, aber diese zwanzig Prozent auszurechnen, also da muss man dann ganz gut im Kopf rechnen auch sein.

00:03:01: Meistens steht dann schon der Vorschlag auf diesen auf diesen jeweiligen Papierchen drauf.

00:03:06: Es gab jetzt eine Initiative, dass man das irgendwann abschaffen wollte und abschaffen sollte.

00:03:10: Ich glaube, das hat sogar die Trump-Regierung ins Spiel gebracht.

00:03:12: Ich habe es aber nicht mehr genau in Erinnerung.

00:03:15: Und weil es ist schon eine sehr, sehr andere Kultur, egal, worum man auf der Welt ist.

00:03:19: Man kann jedem nur empfehlen, wenn man reist, sich davor zu informieren, was wo als Beleidigung empfunden wird, weil da ist man ganz schnell auf einer schiefen Ebene.

00:03:27: Naja, es ist so, beim Taxi kriegst du in der Quittung und dann kannst du ankreuzen, zehn Prozent, zwanzig Prozent oder dreißig Prozent, wenn ich mich recht entsinne, oder fünfzehn, zwanzig und dreißig Prozent.

00:03:40: Und das nötigt natürlich in gewisser Weise, aber da ist es genauso, ein Taxifahrer verdient so wenig, genauso wie eine Kellnerin so wenig verdient, dass sie eigentlich nur vom Trinkgeld leben.

00:03:50: Mit anderen Worten, da hat dann das Trinkgeld noch eine ganz andere Funktion.

00:03:54: Es ist eine Art Lohnersatz und nicht eine zusätzliche Belohnung.

00:03:58: Stimmt, in den Wahlkampfen sind sie damals reingegangen und haben gesagt, wir wollen dafür sorgen, dass das nicht mehr versteuert werden muss.

00:04:03: Auch das spielt letztlich eine Rolle.

00:04:05: Damit schaffen wir natürlich dann relativ viele ... in der Aussicht zufriedene Wähler stimmen oder eben Freunde.

00:04:13: Und darüber wollen wir heute sprechen, nämlich, was bedeutet es, eine Freundschaft zu haben.

00:04:19: Und wie wird man eigentlich zu Freunden?

00:04:23: Es gibt Gregor eine wirklich interessante Studie, nämlich der University of Kansas.

00:04:28: Wir bleiben in Amerika.

00:04:30: Die Frage nachgegangen sind, wie lange es eigentlich dauert, bis sich Freundschaftsgefühle gegenüber den anderen Menschen einstellen.

00:04:38: Ich fand die Ergebnisse echt erstaunlich.

00:04:41: Also Menschen brauchen in der Regel etwa vierzig bis sechszig gemeinsame Stunden, um sich unverbindlich anzufreunden.

00:04:49: Und eine echte Freundschaft, wenn man das dann so differenzieren will, kann sich dann nach achtzig bis hundert Stunden einstellen.

00:04:57: Und richtig gut befreundet wäre immer nach etwa zweieinhalb Stunden.

00:05:00: Das sind acht

00:05:01: Tage.

00:05:01: Das ist ... Ja, aber diese acht Tage musst du natürlich ... Das sind acht Tage mal vierundzwanzig Stunden, die verbringst du in der Regel nicht zusammen.

00:05:09: Und wenn man jetzt mal hochrechnet, zweihundert Stunden und oftmals ist es ja so, dass man jemand zu einem Abendessen sieht oder zu irgendeinem Anlass, das sind dann schon, sagen wir mal, hundert Tage, nicht?

00:05:18: Oder achtzig oder hundert Tage?

00:05:20: Also ich bin so ein bisschen skeptisch, ob sich das so verhalten würde.

00:05:25: Also ich

00:05:25: habe Freunde,

00:05:26: wo man gleich gespürt hat.

00:05:28: Bei mir auch nicht.

00:05:29: Bei mir ist es so, dass ich manchmal gespürt habe, dass ganz schnell das könnte wirklich eine Freundschaft werden.

00:05:35: Und bei anderen dachte man, es wurde das ging.

00:05:40: Zumindest ist es ganz anders.

00:05:41: Du musst mal zwei Dinge berücksichtigen.

00:05:45: Das eine ist, dass man in verschiedenen Lebensphasen verschiedene Freundschaften hat, weil Freundschaften auch auslaufen.

00:05:53: Also ich hatte als Kind Freunde, die ich dann eben nicht wieder gesehen habe oder kaum wieder gesehen habe.

00:05:58: Ich hatte als Studierender Freunde, gute Freunde, die ich einmal danach nochmal getroffen habe.

00:06:07: Ich habe als Anwalt Freunde gehabt und das hält noch ein bisschen, also aber eben auch mal ein bisschen.

00:06:15: Und in der Politik auch.

00:06:17: Da war aber bei mir eine Besonderheit.

00:06:19: Ich hatte in meiner unmittelbaren Nähe Freunde.

00:06:24: Und Jürgen Trittiter hat mir erklärt, wieso das eine Ausnahme ist, weil man eigentlich in der eigenen Partei ein unmittelbarer Umgebung nur Konkurrenten und Konkurrenten hat.

00:06:36: Und das war bei mir anders, weil es ja ... Kein zweiten Vollidioten auf der Erde gab der, in der ich die SED übernommen hätte.

00:06:43: Was ich aber getan habe.

00:06:45: Und deshalb gab es über mich nie Diskussion.

00:06:48: Nur während meiner Seite davon stelferte.

00:06:50: Das war wie in allen anderen Parteien.

00:06:52: Aber das war ein bisschen anders.

00:06:54: Deshalb konnte ich mir solche Freunde leisten.

00:06:56: Und da, das muss ich sagen, passiert es leider, dass die sterben.

00:07:00: Also, ich war im letzten Jahr, also im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im So häufig auf Beerdigung, wie schon lange nicht mehr.

00:07:11: Und das stört mich, ehrlich gesagt.

00:07:14: Und mein Freund Fritz Wolf, der hat bei einem bestimmten Alter gesagt, jetzt gehe ich nur noch zu meiner eigenen Beerdigung.

00:07:20: Punkt.

00:07:21: Er wollte nicht mehr an Beerdigung teilnehmen und er ist mit hundert-einz Jahren gestorben.

00:07:26: Also, aber was ich dich auch fragen will, was für mich interessant ist, wenn man in einer bestimmten Funktion ist, so wie du Bundesminister warst oder CSU-Vorsitzender war, und so wie ich Parteivorsitzender oder Fraktionsvorsitzender war und so weiter, da kommen doch auch falsche Freunde.

00:07:44: Also es kommen Leute, die sind sehr freundlich, sehr nett zu dir, aber das... bindet sie nicht an dich selbst, sondern nur an deine Funktion.

00:07:53: Und wie lernt man das zu unterscheiden?

00:07:56: Also, ich glaube, man hat dafür einen sicheren Instinkt.

00:07:59: Oder gibt es noch mehr Umstände?

00:08:02: Also, zum einen war ich zum Glück für viele Menschen in der CSU nicht CSU-Vorsitzender, sondern lediglich relativ kurz CSU-Vinachalsekretär, aber dann natürlich die zwei Bundesländer.

00:08:14: Das ist ja das eigentliche Vorsitzender.

00:08:21: Es wird, glaube ich, in keinem Berufsstand so viel über den Begriff Freundschaft gelogen wie in der Politik.

00:08:29: Und besonders in den eigenen Reihen.

00:08:31: Und wenn dann auch so Parteitagen, das heißt liebe Freundinnen und Freunde, man schaut in diese Gesichter.

00:08:38: und weiß, ich weiß nicht, wie viele das Messer in der Hosentasche aufgeklappt haben oder relativ offen vor sich her tragen und wie das dann immer beschworen wird.

00:08:48: Und eigentlich jeder im Raum weiß, dass dieser Begriff, und zwar wunderbar klingt, aber ein blanker Euphemismus ist, nichts anderes, hat schon was für sich.

00:08:59: Klar ist es natürlich jetzt auch nicht nur gesund, Worte auszusprechen, die wahrscheinlich der Wahrheit entsprechen würden, weil Das macht eine Partei dann auch nicht wirklich attraktiv für Außenstehende.

00:09:08: Aber das ist etwas, das trifft jetzt nicht nur die Christsoziale oder die Christen der demokratischen Union, das ist überall so.

00:09:14: Und das ist überall so im Leben, wo es um Machtpositionen geht und wo sich der Begriff Freundschaft einfach dann sehr schnell neu zu definieren beginnt, bzw.

00:09:23: gar nicht zu entwickeln beginnt.

00:09:25: Also das wäre meine Kurzbeschreibung dieses Ansatzes.

00:09:29: Interessant fand ich, Gregor, dass du gesagt hast, Es sind irgendwie aus deiner Kindheit und aus der Studentenzeit kaum noch welche übrig.

00:09:35: Als Freunde.

00:09:37: Lustigerweise bei mir gibt es da einige noch gerade auch aus meiner Schulzeit, mit denen ich bis heute eine ganz tiefe Freundschaft pflege, obwohl wir uns gar nicht so furchtbar viel sehen.

00:09:46: Aber wir verabreden uns immer mal wieder regelmäßig zwei, drei Mal im Jahr.

00:09:51: Da waren wir eine lange Pause dazwischen, als ich in den USA war und all das.

00:09:54: Aber es ist so, man kann anknüpfen an Dinge, obwohl man sich möglicherweise mal Jahre nicht gesehen hat.

00:10:01: Und dafür ist es in meinen Augen nie zu spät.

00:10:04: Und da muss ich jetzt sagen, hat mich die Politik sehr entfernt von den Menschen, die mir vor der politischen Zeit viel bedeutet haben.

00:10:13: Und weil der Ablenkungsgrad und der Rhythmus so brutal sind.

00:10:18: Und jetzt bist du immer noch in der Politik.

00:10:20: Und ich kann nur sagen, der Zeitpunkt, als ich die Politik verlassen habe vor fünfzehn Jahren, war in der Hinsicht wirklich eine ganz wunderbare Fügung, weil ich begonnen habe, alte Freundschaften wieder mich um diese zu bemühen.

00:10:33: Und manche kehren nicht wieder und manche sind enttäuscht und manche sagen, Mensch, hättest du dich mal früher gekümmert und das und jenes.

00:10:41: Aber es hat ... Der Aufwand hat sich gelohnt und es kamen ganz viele wunderbare Beziehungen wieder ins Leben zurück.

00:10:49: Und das wünsche ich eigentlich jedem in der Politik, dass man sich da für die Zeit nimmt.

00:10:55: Also, was ich so generell gesagt habe, stimmt natürlich auch bei mir nicht.

00:10:59: Es gibt zwei aus meiner Schulklasse, also von der neunten bis zur zwölften Klasse erweiterte Oberschule, die ich heute noch kontakt habe.

00:11:09: Und jetzt haben sie sich was Nettes einfahren lassen.

00:11:12: Wir haben in diesem Jahr sechzig Jahre Abitur.

00:11:14: Ich meine, es klingt auch abenteuerlich, dass das schon sechzig Jahre her ist, also nicht so fassend überhaupt.

00:11:19: Und da treffen wir uns.

00:11:22: Und das ist witzig.

00:11:23: Sie haben sich geeinigt auf eine Stadt, in der es ein Denkmal über einen Vorfahren von mir gibt, nämlich den ersten Präsidenten.

00:11:33: Das ist ein Zuchtverbandes in Europa und damit auch in Deutschland.

00:11:39: Und das Ganze findet statt in Görlitz.

00:11:41: Warum war er der Erste?

00:11:42: Das ist interessant, weil zu seiner Zeit die Hühner in Europa nur aus Haut und Knochen bestanden.

00:11:48: Sie hatten so gut wie kein Fleisch und sie legten nur im Sommer.

00:11:51: Und als Erster auf die Idee gekommen, Hühner aus China zu importieren.

00:11:55: Also wirklich war die Chinesin und Chinesen verdanken wir.

00:11:58: das Porzellan, das Schießbrüffer, die Spaghetti und auch die Hühner.

00:12:02: Und die legten das ganze Jahr übereier und hatten Fleisch und da lohnt es sich erst die Hühner zu.

00:12:07: Das fanden die so witzig, dass sie gesagt haben, dann fahren wir alle nach Görlitz.

00:12:11: Ja, jetzt freue ich mich.

00:12:14: Und der hat eine Statue bekommen?

00:12:17: Ja.

00:12:17: Also da habe ich das richtig

00:12:18: bestanden.

00:12:18: Eingeweiht am ersten Januar, nineteenhundert.

00:12:22: Also lange nach seinem Tod eingeweiht und das Denkmal steht heute noch, das sind lustige Sprüche.

00:12:28: Er stand in der DLR im Pionierpark, jetzt steht es im Park, also bloß der Pionier ist weggefallen, aber ansonsten ist es gleich geblieben.

00:12:35: Man müsste mal eine Liste über die ersten Startwände auf dieser Welt machen, weil ich meine, ein Hühnerzüchter ist, würde ich sagen, schon eher eine Ausnahme für den Mal in Deutschland.

00:12:47: Ich meine, klar, er hat uns einen offensichtlich nicht unerheblichen Teil unserer Ernährung gesichert.

00:12:52: Richtig, richtig.

00:12:54: Eier und Hühnerfleisch, beides.

00:12:56: Aber ich habe natürlich auch eine Freundschaft in meinem Leben eine Kaputt gemacht.

00:13:00: Da rede ich nicht über die Gründe, aber das krieg ich nicht repariert.

00:13:06: Und dann würde mich interessieren, hattest du Freundschaften, die kaputt gegangen sind, die du wieder reparieren konntest oder nur so ein bisschen ausgelaufen, die du dann wieder belebt hast?

00:13:15: Das sind jetzt zwei verschiedene Sachen.

00:13:19: Das sind zwei vollkommen verschiedene Sachen und deswegen muss man da auch, glaube ich, sehr genau differenzieren.

00:13:24: Beides.

00:13:25: Also ich habe mich, es gab einige Fälle, wo ich aus eigenem Verschulden Freundschaften aufs Spiel gesetzt habe oder wo, möchte ich auch dritte mitgewirkt haben, sowas soll es ja auch geben, Freundschaften auseinander zu treiben und wo Es aber trotzdem darauf ankam, dass einer der beiden Freunde den ersten Schritt wieder macht, um etwas zu reparieren, was als Kränkung empfunden wurde oder als Beleidigung empfunden wurde oder als einfach ein Auseinanderleben.

00:13:57: Aber die ersten beiden Fälle sind, glaube ich, wichtiger.

00:14:00: Und da bin ich meinen Eltern sehr, sehr dankbar, die mich wirklich auch bereits als Kind darauf hingewiesen haben, dass man ... nicht ewigen Kroll hegen sollte und selbst wenn man.

00:14:14: Das Gefühl hat das vom anderen der Fehler aus ging und das vom anderen die der Impuls der beim anderen der Impuls lag dass die Freundschaft zerbrach.

00:14:24: Das ist sich lohnt auch selbst diesen Schritt zu gehen und.

00:14:30: Es hat sehr viel damit zu tun, wie man bereit ist, auch mal zu verzeihen und zu vergeben und wie man auch bereit ist, sich selbst zu vergeben, aber eben sich selbst vergeben gleichzeitig den Schritt macht, dass man auch um Verzeihung bittet.

00:14:42: Und das ist etwas, was ich schon versuche zu machen, wenn mich jemand darauf hinweist und wenn mir an dem anderen Menschen gelegen ist.

00:14:51: Und da gibt es was ganz archaisches, Klassisches.

00:14:56: was bei mir immer etwas ist, was mir am meisten geholfen hat, nämlich tatsächlich zum Füllfederhalter zu greifen und einen Brief zu schreiben.

00:15:05: Keine E-Mail, keine WhatsApp-Nachricht, kein Anruf, sondern tatsächlich, sich der Mühe zu unterziehen, einen Brief zu schreiben.

00:15:17: Das macht jeder individuell anders und jeder hat seine Stärken in diesem oder jenem Bereich.

00:15:22: Aber ich finde, auch wenn mir jemand einen Brief schreibt und wenn der oder diejenige Miss gebaut haben und etwas wieder kitten wollen, ich sehe einfach, dass sich jemand eine besondere Mühe gibt dabei.

00:15:35: Und selbst wenn es manchmal holgerisch formuliert ist, bin ich sehr viel mehr bereit, da auch dann nachsichtig zu sein oder eben auch zu vergeben.

00:15:44: Und das ist das, was mich immer wieder auch zu Menschen zurückgeführt hat und warum ich mich weiterhin sehr bemühe.

00:15:51: Ich kann ja meinen Beispiel erzählen.

00:15:54: Lothar de Maizière und ich waren und sind befreundet.

00:15:58: Und dann wurde ich Vorsitzender meiner Partei und er war schon Vorsitzender der CDU in der DDR.

00:16:04: Und er hatte fünftigsten Geburtstag und lud mich nicht ein.

00:16:07: Da habe ich ihn in einen Handschrift-Brief.

00:16:10: Davon gibt es nur fünf von meinem Leben oder so.

00:16:13: Ein handschriftlichem Brief geschrieben.

00:16:15: Und dann hat er sich dafür entschuldigt.

00:16:19: Und dann sind wir wieder Freunde geworden.

00:16:21: Aber da hab ich gemerkt, wenn es so politisch auseinandergeht, dass das dann auch zu solchen Reaktionen führen kann.

00:16:27: Aber ich bin stolz darauf, bis heute mit ihm befreundet zu sein.

00:16:31: Ich hab schon ein paar Freunde, aber was ich mir vorwürfe, ist, dass ich regelmäßig zu wenig Zeit dafür habe, übrigens auch für die Kinder.

00:16:40: Also, weil ich ihm sehr beschäftigt bin als Politiker, als Rechtsanwalt, als Moderator und so weiter.

00:16:47: Und das muss man ändern.

00:16:50: Aber es hat keinen Sinn, wenn du plötzlich in Rente gehst und dann permanent Zeit hast und den anderen auf die Nerven gehst, nachdem du vorher kaum seid.

00:16:59: Also man muss so das Richtige Maß finden.

00:17:03: Aber eine Frage habe ich, die ich spannend finde.

00:17:07: Irgendjemand hat mal gesagt, es gibt keine Freundschaft zwischen Frauen und Männern.

00:17:14: Weil ...

00:17:14: Oscar Wilde.

00:17:16: Ja, richtig.

00:17:16: Oscar

00:17:16: Wilde, der ist jetzt ein sehr bekannte Vertreter, der sagt zwischen Männern und Frauen ist keine Freundschaft möglich.

00:17:21: Ich glaube, dass das wahr war.

00:17:24: Aber ich habe jetzt wirklich länger darüber nachgedacht.

00:17:29: Natürlich ist immer ein bisschen die Frage der Erotik, ob das nun eine Rolle spielt oder nicht, also wenn beide heterosexuell sind.

00:17:38: Aber ich glaube doch, dass es auch Freundschaften zwischen Männern und Frauen gibt.

00:17:44: Ach klar.

00:17:45: Natürlich gibt es das.

00:17:46: Also zumindest kann ich das noch aus eigener Erfahrung sagen, dass ich, ich habe ganz wunderbare Freundinnen, aber man muss ja immer schon aufpassen, wenn man von Freundin spricht, wenn es ja bei vielen im Kopf spielt sich sofort etwas ab, ist da, ist da möglicherweise mehr.

00:18:01: Und also ich, für allgemein, dann lässt sich das sicher nicht und das hängt natürlich auch sehr von den Besen der jeweiligen, der jeweiligen Protagonisten ab.

00:18:12: Den hast du ja sicher auch gesehen.

00:18:13: Es gibt diesen wunderbaren Film, Harry und Sally.

00:18:18: Das ist der Film von den berühmten Regisseur Rob Rainer, der vor kurzem ja ganz schrecklich ermordet wurde mit seiner Frau in Los Angeles von seinem Sohn.

00:18:27: Ich meine, oder offensichtlich von seinem Sohn.

00:18:31: Aber der wurde berühmt mit diesem Film.

00:18:33: und wo ein Kernelement ist, das ist eigentlich keine platonische Freundschaft unter.

00:18:40: Heteromännern und Frauen geben kann.

00:18:42: Das muss man ja auch zur Unterscheidung jetzt hier sagen.

00:18:47: Du hattest mit einer Frau mal intime Beziehung und das hört dann auf, sie lernt einen anderen kennen, du lernst einen anderen kennen.

00:18:54: Und da kann doch auch eine richtige Freundschaft entstehen.

00:18:57: Das war eben und ist vorbei und dann entsteht eine Freundschaft.

00:19:01: Ich glaube schon, dass es das gibt.

00:19:03: Schwierig ist es wahrscheinlich, wenn es nie was gab und das immer ein bisschen so in der Luft liegt.

00:19:08: Und das meinen die Wohl.

00:19:09: dass das dann eine echte Freundschaft eher gefährdet.

00:19:12: Aber ehrlich gesagt, nee.

00:19:16: Also ich finde, es gibt auch Freundschaften zwischen heterosexuellen Frauen und Männer.

00:19:22: Ja, das finde ich auch.

00:19:24: Und wir beide wollen das auch entsprechend aufrechterhalten, ohne sich irgendwie der gerüchtete Küche unterwerfen zu müssen.

00:19:32: Was auch ganz interessant ist, ist die Abstufungen von Freundschaft.

00:19:35: Wir haben ja am Anfang diese Kernsys-Studie benannt gehabt.

00:19:39: inwieweit sich Freundschaften auch in Kulturen unterscheiden.

00:19:42: Also ich glaube, dass man in Deutschland, im deutschen Sprachgebrauch, schneller zum Begriff Freund greift, während entgegen im Angloamerikanischen, aber insbesondere im amerikanischen Raum, wo ich ja lange gelebt habe, die Schwelle zur Freundschaft eine höhere ist noch, weil es noch Zwischenstufen gibt, die wir hier bei uns gar nicht kennen.

00:20:03: Also es gibt beispielsweise den Begriff einer Acquaintance.

00:20:07: Also das ist etwas, da gibt es eigentlich keine wirkliche deutsche Übersetzung dafür.

00:20:12: Es wird gerne mit Bekanntschaft übersetzt, aber eine Bekanntschaft ist etwas anderes, sondern eine Stufe drunter.

00:20:19: Eine Acquaintance ist eine Zwischenstufe zwischen Bekanntschaft und Freundschaft und ist etwas, wo man schon eine relativ enge Bindung haben kann, die wahrscheinlich im deutschen Sprachgebrauch bereits unter Freundschaft fallen würde.

00:20:31: die aber noch so, wenn man so will, sehr von so einem dood des Gedanken geprägt ist.

00:20:35: Also man vertraut jemanden, macht ihm gerne, tut ihm gerne einen Gefallen, aber, das ist dann sehr kulturell dort auch, erwartet aber auch einen Gefallen zurück.

00:20:46: Wenn man sich diesen Gefallen getan hat, würde man in Deutschland sagen, wenn man wechselseitig sich mal wirklich was Gutes getan hat, würde man in Deutschland wahrscheinlich oder im deutschen Raum sehr schnell von einer Freundschaft sprechen.

00:20:59: In den USA beginnt man dann wieder von vorne.

00:21:02: Weil man sagt, okay, jetzt sind wir hier quitt, aber wir haben uns einander vertraut, wir haben das getan und wir gehen wahrscheinlich auf einer höheren Ebene von vorne.

00:21:09: Aber man muss sich nicht verpflichtet fühlen, den nächsten Schritt zu machen, sondern man kann sagen, damit ist das abgegolten.

00:21:18: Und ich finde das ganz spannend, weil es ist so, es zeigt wie unterschiedlich wir da oftmals ticken und ich bin... da in den Jahren, in denen ich in den USA gelebt habe, am Anfang, ich mich nicht sagen, darauf verein gefallen, weil ich dachte, das ist schon eine sehr viel engere Beziehung, sondern nein, da haben die da einen Haken dahinter gemacht, haben mir was Wunderbares getan, ich hab ihnen auch was Gutes getan, und dann war es aber auch gut, nicht?

00:21:38: Und dann steht man so gewiss da und sagt, aha, warum, jetzt sagt mein Neudeur, ich sag, warum ghostet der mich plötzlich, nicht?

00:21:45: Also warum lässt der mich da jetzt, warum meldet der sich nicht mehr oder dient die sich nicht mehr?

00:21:50: Und das ist da aber ganz normal.

00:21:51: Und das finde ich eine interessante Kombination.

00:21:55: In Deutschland gibt es ja auch den Begriff der Tiefenfreundschaft.

00:22:00: Also das heißt, das soll ja schon eine Differenz zum Ausdruck bringen.

00:22:04: Es gibt Freunde, denen du vieles aber nicht alles anvertrauen würdest.

00:22:09: Und wenn du ein oder zwei Freunde hast, denen du alles anvertraust, das ist dann ein ungeheurer Gewinn fürs Leben.

00:22:17: Also ich würde sagen, ich habe das Augenblick einen.

00:22:21: die mich alles anvertrauen würde.

00:22:23: Aber ich hab mir Freunde.

00:22:25: Aber das ist eine tiefe Freundschaft.

00:22:28: Das ist ein interessanter Unterschied.

00:22:30: Also, der würde für mich so gut wie alles machen.

00:22:35: Natürlich für mich kein Wort begeben oder so.

00:22:38: Das ist klar.

00:22:39: Aber so gut wie alles machen, um mir zu helfen in einer bestimmten Situation.

00:22:44: Und selbst wenn es für Nachteile mit ihm verbunden wäre, umgekehrt ist es genauso.

00:22:49: Weißt du, ich erinnere mich...

00:22:50: Der klassische Fall ist, der klassische Fall ist auch der, dass man, also das ist so dieses Klischeebild, dass man sagt, man würde jemanden bei sich verstecken, wenn er wegen Mordes gesucht würde, beispielsweise, oder wegen eines Verbrechens gesucht würde.

00:23:03: Erfüllt das die Qualität?

00:23:07: Ja, das kann aber auch

00:23:08: sein, dass man nicht

00:23:09: mehr hilft, indem man sagt, stell dich, das hat gar keinen Sinn.

00:23:12: Ich habe einen sehr guten Verteidiger für dich.

00:23:14: Und wenn du dich selbst stellst, das sind schon mal milder Umstände,

00:23:18: etc.,

00:23:18: etc.,

00:23:19: dann muss er natürlich wirklich gut verteidigt werden.

00:23:22: Das kann auch helfen.

00:23:23: Aber ich will eine Geschichte erzählen.

00:23:25: Vielleicht habe ich sie hier schon mal erzählt, vielleicht auch nicht.

00:23:28: Also es gibt die Theorie, dass die Haushälterin von Karl Marx Schwangerbrot und ein Kind zur Welt brachte.

00:23:37: Und der Erzeuger war Karl Marx und Friedrich Engels hat alle Eide geschworen, dass er zu irgendeine Beziehung hatte, dass das seine Tochter ist.

00:23:46: Er hat auch die Vaterschaft anerkannt, was für die Frau auch gut war, denn er war ja sehr viel reicher als Karl Marx und dadurch zum Unterhalt verpflichtet.

00:23:55: Also insofern hat die sich auch darauf eingelassen, weil sie natürlich für das Kind einen höheren Unterhalt bekommen hat.

00:24:01: Und dann hab ich mich ... hab ich mir immer überlegt, hab ich einen Freund, für den ich das machte.

00:24:07: Also, es gibt einen.

00:24:08: Ich würde ihn natürlich achtundvierzig Stunden lang beschimpfen, das ist völlig klar.

00:24:12: Aber danach würde ich es für ihn machen, wenn ganz viele seinem Leben davon abhänge.

00:24:18: Nicht, wenn er einfach damit leben kann.

00:24:22: Und das frage ich dann auch immer in den Seelen.

00:24:24: Weil ich, dass diese Freundschaft von Friedrich Engels gegenüber Karl Marx, finde ich vorausgesetzt, die Geschichte stimmt.

00:24:32: finde ich wirklich ziemlich einzigartig.

00:24:35: Find ich auch.

00:24:35: Und Karl Marx hat ihn ja wirklich nicht nur liebevoll behandelt.

00:24:38: Also das, was sich an der Geschichte auch zeigt, aber das vielleicht spielt da noch ein ganz anderes Syndrome hinein, wer weiß.

00:24:46: Aber ich finde die Geschichte auch bemerkenswert.

00:24:49: Es ist, ich glaube, wir haben ja lange nicht mehr so, sage mal so, die Härten von Zeiten erlebt Gott sei Dank, die wir noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts erlebt hatten, wo es Verfolgte gab, wo es die wirklich die schreckliche Nazi-Halschaft gab mit den Verfolgen der Juden und all dem.

00:25:10: Und wo es Freundschaften gab, wo Menschen ihr eigenes Leben riskierten, indem sie andere geschützt haben, versteckt haben, indem sie ihnen zur Flucht verhäufen haben, indem sie all das, wo man manchmal zurecht davon spricht, dass das, wir tun uns ja mit dem Begriff sehr schwer, oftmals auch heldenhaftes Verhalten war, aber ... ist nicht selten auch auf immer noch empfundener Freundschaft sich begründete.

00:25:33: Und jetzt ist das natürlich eine extrem hohe Latte, die man hier anbegen würde.

00:25:38: Aber das Auseinandersetzen mit dieser Form des Mitmensch nicht miteinander ist, der Begriff der Nächstenliebe, der ja im Christlichen eine große Rolle spielt, aber Grunde ja eigentlich viele Kulturen durchzieht, ist etwas, was in unserer so individualisierten Gesellschaften, der wir heute sind, in meinen Augen zunehmend Schatten erfährt.

00:26:00: Und man sich wirklich fragen muss und immer wieder wahrscheinlich auch überprüfen muss, wie wäre es, wenn man in einer ähnlichen Situation wäre, würde man sich so verhalten.

00:26:09: Und ich kann nur hoffen, dass das mit einem klaren Jahr ausfiele.

00:26:14: Aber... Man sieht es halt jetzt auch wieder in anderen Teilen dieser Welt, wo es zu schrecklichen Umständen kommt und wo Menschen wieder zur Mitmenschlichkeit sich in einer anderen Form entweder genötlich gezwungen oder auch aufgerufen sehen und wir es uns da schon lange sehr auch bequem gemacht haben, nicht?

00:26:37: Also weil es uns gut ging vergleichsweise und diese Extreme einem nicht mehr abgefordert haben.

00:26:42: Ja, es gab eben Menschen, die zum Beispiel Jüdinnen und Juden versteckt haben.

00:26:48: Und wenn sie dann bei erwischt worden wäre, hätte das zum Todesurteil für sie geführt.

00:26:54: Das muss man immer sehen.

00:26:55: Das sind natürlich Helden.

00:26:57: Das trauen sich viele gar nicht in einer solchen Situation.

00:27:00: Aber die gab es übrigens, hat mir Marcel Reichranicki als mein Gast im deutschen Theater gesagt, dass er bei einem polnischen Ehepaar untergekommen ist mit seiner Frau.

00:27:10: Sie sind aus dem Ghetto abgehangen.

00:27:13: Ich bin zu einer Biografie beschrieben, ja.

00:27:15: Und als er dann etwas angetrunken war, sein polnischer Retter, sagte er zu ihm, der wichtigste Politiker Europas will, dass du stirbst.

00:27:26: Ich will, dass du nicht stirbst.

00:27:28: Mal sehen, wer siegt.

00:27:30: Das war seine Aussage.

00:27:31: Den Satz, was er seinen Lebtag nicht vergessen.

00:27:34: Und er hat gesiegt, wenn man so will.

00:27:37: Denn Marcel Reichreinski hat ja das Ganze überlebt.

00:27:39: Aber wenn du so überleben musst, wenn du versteckt werden musst, nur weil du Jude bist, nicht weil du etwas gemacht hast, das prägt dich.

00:27:50: Das erklärt dann auch seine Art des Auftretens etc.

00:27:54: Das muss man immer mit berücksichtigen, wie eine Sozialisation war, wie man geprägt worden ist.

00:28:00: Aber dass es eben auch Leute gab, die tatsächlich versteckt haben.

00:28:04: Seine Biografie, die ich übrigens eben nur nahelegen kann, also die Autobigrafie von Marcel Reich-Ranitzky, der war nun wirklich kein, sagen wir mal, kein Herzchen und ein Kind von Traurigkeit, wenn es darum ging, andere Menschen literarisch entweder hochleben zu lassen oder eben auch komplett in die Tonne zu treten.

00:28:20: Aber er hat ein sehr, sehr feinsinniges Buch über sein Leben geschrieben und eines ist das ganz... andere Seiten auch noch mal dieses sehr öffentlichkeitswirksame und manchmal sehr gnadenlos auftretenden Großkritikers der deutschen Literatur betraf.

00:28:36: Und ich habe auch die Freude gehabt, ihnen einige Male zu erleben und habe schon einen bemerkenswerten Menschen dort kennengelernt.

00:28:44: Allerdings färm davon natürlich, dass ich da eine Freundschaft entwickelt hätte.

00:28:47: Dafür kannten wir uns tatsächlich zu wenig.

00:28:51: Zum Schluss können wir doch eins feststellen, wir sind miteinander befreundet.

00:28:56: Und das hätte ich auch noch vor fünf Jahren für ausgeschlossen gehabt.

00:29:03: So geht es mir auch lieber Gregor.

00:29:05: Und was für eine schöne Entwicklung.

00:29:08: Und das Tolle an Freundschaften ist, es muss sich nicht irgendwo ideologisch auf derselben Ebene befinden, wobei wir beide keine Ideologen sind.

00:29:16: Das kann man auch sagen, glaube ich.

00:29:18: Aber man kann sich sehr mögen, obwohl man anderer Ansicht ist.

00:29:21: Man kann eine Freundschaft daraus entwickeln und das wünsche ich unserer Gesellschaft, weil wir oft so unerbittlich geworden sind, weil wir immer denken, mit dem Menschen kann ich doch nicht an einem Tisch setzen.

00:29:30: Doch, man kann es und man sollte es sogar und man kann feststellen, wie wunderbar die Dinge sind, die sich daraus entwickeln können.

00:29:38: Und deswegen macht mir das Gregor mit dir so besondere Freude.

00:29:42: Wir werden uns auch wieder anständig streiten.

00:29:44: Heute über Freundschaften mussten wir uns nicht streiten.

00:29:46: Aber man kann sich eben auch als Freunde in der Diskussion begegnen.

00:29:52: Und das muss ja nicht streitstreit sein, sondern es kann ein gesunder Streit sein und einer, der aber voraussetzt, dass man sich weiterhin noch mag.

00:29:59: Übrigens, ich wünsche allen Nutzerinnen und Nutzern, wirklich gute Freundinnen und gute Freunde und nicht nach Geschlecht gehen.

00:30:10: sondern nach Charakter und dem, was Leute tun und unterlassen.

00:30:14: Das scheint mir mal wichtiger zu sein als alles andere.

00:30:17: Genauso ist es.

00:30:19: Und vor diesem Hintergrund können Sie Freunde gewinnen, wahrscheinlich, wenn Sie ihnen unseren Bücher schlichen.

00:30:26: Das ist jetzt der sehr holprige Versuch gewesen, auf unsere letzten Bücher hinzuweisen.

00:30:32: Krego hat ein wunderbares Buch geschrieben über sein Leben in dreizehn Büchern.

00:30:37: Und ich habe es mit Vergnügen gelesen und es beim letzten Mal trotzdem, obwohl ich es gelesen hatte, eine Falschmeldung verzogen, weil es sind Bücher, die reichen.

00:30:48: von dem Kapital von Karl Marx, sondern vom kommunistischen Manifest von Karl Marx, bis hin zur Bibel, bis hin zu... Und friedlich,

00:30:56: eng.

00:30:56: ...und friedlich,

00:30:57: eng als ja wohl, dafür haben wir schon gesprochen, bis hin zu Thomas Mann, nicht, wenn ich jetzt mich richtig erinnere, und Götis Faust.

00:31:05: Und es ist wirklich eine wunderbare gelogene Zusammenfassung.

00:31:08: Und logischerweise,

00:31:09: was dir nahegehen müsste, auch die Bibel, und zwar das Alte- und das Neue Testament.

00:31:14: was ich ja würdige, schon das Zustande kommt des neuen Testaments, ist ja eine fantastische Fortsetzung und wie neue Erkenntnisse einfließen.

00:31:25: Also für mich auch die Erfindung der Dialektik.

00:31:27: Und dann gibt es ein gemeinsames Buch, Gisi gegen Gutenberg, eine Gespräche über die Zeit, in der wir leben.

00:31:34: Das war auch schon auf der Bestsellerliste.

00:31:36: Da können Sie mal so nachlesen, wie wir uns so miteinander beschäftigen und miteinander umgehen.

00:31:43: Ja, und dann,

00:31:45: glaub ich.

00:31:47: Und es gibt noch mein eigenes Buch, aber das verschweigst du ja gerne.

00:31:51: Nein,

00:31:52: nein.

00:31:53: Das sind übrigens wirklich interessant.

00:31:55: drei Worte, neue Notizen aus der Gegenwart.

00:31:59: Und das sind Kolumnen verschiedenster Art, die er geschrieben hat.

00:32:03: Und das ist wirklich interessant zu lesen.

00:32:05: Das kann ich Ihnen versprechen.

00:32:07: Und wenn Sie es nicht interessant finden, dürfen Sie mir böse Briefe schreiben.

00:32:10: Aber das glaube ich nicht, Sie werden das auch interessant finden.

00:32:13: Also keine E-Mail, Sie gehen so schnell.

00:32:16: Wenn dann ein Brief, das dauert länger.

00:32:21: Handgeschrieben.

00:32:21: Und dann werden wir alle Freunde.

00:32:23: So, Sie können uns eben, aber wenn Sie die E-Mail schreiben, erwischen Sie uns unter www.addopenminds.media.

00:32:29: Und wenn Sie dann immer noch nicht genug haben oder so die Nase voll haben, dass Sie uns das mal wirklich auch persönlich sagen wollen, können Sie das angesichts unserer Live-Shows machen.

00:32:38: Und diese Live-Shows finden in diesem Jahr statt.

00:32:43: In ... unterschiedlichen Orten, die ich jetzt mal ganz kurz nachgucken muss, nämlich am zwölften Februar in Rostock, am siebenundzwanzigsten Mai in Aachen, am neunundzwanzigsten September in neun Kirchen in der wunderbaren Gebläsehalle, ich rätsel immer noch, was das ist, am dreißigsten Oktober in Bochum im Ruhrkongress und am ersten Dezember in meiner Heimat Kulmbach in der wunderbaren Stadthalle.

00:33:13: Ich freue mich dir

00:33:14: hoffentlich,

00:33:15: dein Bruder wieder zu sehen.

00:33:17: Ich hoffe, der kommt dahin.

00:33:18: Ach so

00:33:18: schön.

00:33:18: Ja.

00:33:20: Ja, den werde ich sozusagen wahrscheinlich bei ihm unter abgesingen, schrecklicher, wehrhafter Gesänge.

00:33:26: Werd ich ihn dort hinschleifen und er wird sich aber auch sehr freundlich zu sehen.

00:33:30: Ihr seid ja beide beim Ritter wieder des tierischen Ernstes im Aachen beim Karneval miteinander verbunden, wie ich weiß.

00:33:38: Richtig.

00:33:39: Und vor diesem Hintergrund.

00:33:41: Gute Voraussetzungen.

00:33:43: Und Ihnen allen eine schöne Woche.

00:33:44: Wir hören uns wieder in der nächsten und bis dahin alles Gute und auf Wiedersehen.

00:33:50: Ich wünsche Ihnen auch alles Gute und sage einfach

00:34:03: Tschüss.

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